Alpen
Klicken Sie im Menü Datei auf Drucken, um die Informationen zu drucken.
Alpen
3. Räumliche Gliederung

Die Alpen werden in Ostalpen und Westalpen gegliedert; die Trennungslinie verläuft vom Rheintal in der Nordschweiz über den Splügenpass bis zum Comer See in Norditalien. In den Westalpen erreichen die Gipfel größere Höhen als in den Ostalpen. Höchster Berg der Alpen ist der 4 810 Meter hohe Montblanc; er liegt auf der Grenze zwischen Frankreich und Italien. Zu den Hauptgruppen der Westalpen gehören die Ligurischen Alpen, die Seealpen, die Cottischen Alpen, die Dauphiné-Alpen, die Grajischen Alpen und das Montblanc-Massiv in Frankreich und Italien sowie die Walliser Alpen, die Berner Alpen, die Glarner Alpen, die Tessiner Alpen und das Rätikon in der Schweiz.

Vom Genfer See ausgehend verläuft das Gebirge in einem Bogen nach Nordosten und erreicht im Zentrum des Bogens eine Breite von 250 Kilometern. Die Ostalpen werden nach ihren Hauptgesteinen in drei Einheiten eingeteilt: die Nördlichen Kalkalpen, die kristallinen Zentralalpen und die Südlichen Kalkalpen. Zu den Nördlichen Kalkalpen gehören u. a. die Allgäuer Alpen, die Lechtaler Alpen und das Karwendelgebirge. Zu den Zentralalpen zählen die Hohen und die Niederen Tauern, die Stubaier, die Ötztaler und die Zillertaler Alpen sowie die Bernina- und die Ortlergruppe. Einige der wichtigsten Gruppen der Südlichen Kalkalpen sind die Dolomiten, die Karnischen und die Julischen Alpen. Höchster Berg der Ostalpen ist mit 4 049 Metern der Piz Bernina in der Berninagruppe.

Etwa 2 Prozent der Gesamtfläche der Alpen sind von Eis bedeckt. Der längste Gletscher ist der Aletschgletscher in den Berner Alpen. Seit einigen Jahren ist ein starkes Rückschmelzen der Alpengletscher zu verzeichnen; einige kleinere Gletscher sind bereits vollständig geschmolzen.

Die großen Quertäler von Rhône, Rhein, Inn, Salzach, Mur und Drau verlaufen in westöstlicher Richtung und trennen die Gebirgsketten voneinander. Sie stellen die Hauptsiedlungsräume und die wichtigsten Verkehrsachsen dar. Die in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Täler sind in der Regel schmaler. Zahlreiche Pässe ermöglichen den Transit durch die Alpen. Viele der höher reichenden sind in den Wintermonaten aufgrund hoher Schneefälle gesperrt. Zu diesen zählen u. a. die Pässe über den Mont Cenis, den Großen Sankt Bernhard, den Simplon und den Sankt Gotthard. Zu den frequentiertesten Alpenstraßen gehören der Brenner in 1 370 Meter Höhe und der 1 504 Meter hohe Reschenpass. Durch technische Eingriffe wie Untertunnelungen der höheren Pässe für Autos und Eisenbahnen ist der Alpenraum für den Straßen- und Schienenverkehr wesentlich leichter passierbar als früher, was allerdings zu einer starken Belastung der Durchgangstäler mit Abgasen und Verkehrslärm geführt hat.