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| 2. | Zugtiere |
Domestizierte Tiere, die hauptsächlich zur Arbeit, als Verkehrsmittel und zur Freizeitgestaltung genutzt werden, sind weit verbreitet. Zu ihnen gehören Pferd, Maultier, Esel, Rind, Büffel, Kamel, Lama, Alpaka, Yak, Rentier und Haushund. Man nimmt an, dass heutige Pferde von verschiedenen Unterarten wie dem Waldtarpan, dem Steppentarpan und dem Przewalski-Pferd abstammen. Shetlandponys stammen vermutlich von kleinen Wildpferden der Eiszeit ab. Pferde werden in vielen Ländern der Welt noch heute als Zugtiere zum Ziehen schwerer Lasten eingesetzt. Außerdem verwendet man sie beim Überwachen anderer Tiere (etwa Rinderherden), als Lasttiere und zum Reiten als Freizeitbeschäftigung. Die Gesamtzahl der Pferde auf der Welt wird auf über 59 Millionen geschätzt. Etwa die Hälfte davon gibt es in Nord- und Südamerika, die andere Hälfte in Europa und Asien.
Die circa 13 Millionen Maultiere (Kreuzungen aus Eselhengst und Pferdestute) bzw. Maulesel (Kreuzungen aus Pferdehengst und Eselstute) auf der Welt sind zu ungefähr gleichen Teilen auf Afrika, Nord-, Mittel- und Südamerika verteilt. Sie werden als Lasttiere genutzt und haben gegenüber Eseln und Pferden eine höhere Ausdauer und längere Lebenserwartung. Von den über 53 Millionen Eseln lebt die Hälfte in Asien und ein Viertel in Afrika, auch in Südeuropa werden viele Esel gehalten. Esel sind trittsicherer als Pferde und werden deshalb als Lastenträger auf Gebirgspfaden eingesetzt. Sie können selbst bei knapper Nahrung eine hohe Arbeitsleistung erbringen.
Kamele, Dromedare, Lamas und Alpakas werden als Tragtiere genutzt. Es gibt etwa 22 Millionen Kamele auf der Welt, davon etwa drei Viertel in Afrika, der Rest in Asien. Kamele und Dromedare werden seit dem 3. oder 4. Jahrtausend v. Chr. domestiziert. Dromedare sind an heiße Trockengebiete angepasst, Kamele können extreme Temperaturunterschiede ertragen. Kamele und Dromedare werden als Last- und Reittiere eingesetzt, zudem nutzt man ihre Wolle, ihre Milch und ihr Fleisch. Zwischen Dromedaren und Hauskamelen gibt es (unfruchtbare) Mischlinge.
Die Verbreitung von Lamas und Alpakas ist auf kleine Gebiete in Südamerika beschränkt. Das Lama wurde vermutlich schon vor der Zeit der Inka als Haustier gehalten. Es ist als Tragtier in schwierigem Gelände von großer Bedeutung, zudem wird sein Fleisch genutzt. Das Alpaka oder Pako, die Haustierform des Guanako, hält man in den Anden halbwild in Herden, um seine Wolle zu nutzen.
Praktisch sämtliche Wasserbüffel leben in Asien. Sie werden vorrangig als Zugtiere genutzt, obwohl sie auch potentielle Milch- und Fleischlieferanten sind. Rinder sind ebenfalls wichtige Zugtiere in Asien und einigen Gegenden Südosteuropas. Hunde dienen in Alaska und Sibirien als Zugtiere und werden außerdem bei der Bewachung von Schafen und anderen Herdentieren eingesetzt.