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| 7. | Geschichte |
Vor der Ankunft europäischer Entdecker war das Gebiet des heutigen Guyana von Arawak, Kariben und Warrau-Indianern bewohnt. 1499 kamen zunächst die Spanier in die Region, knapp hundert Jahre später entstand hier ein erster holländischer Handelsposten, und in der Folgezeit gewannen zunehmend holländische Siedler und Händler die Oberhand, die im frühen 17. Jahrhundert auch den Zuckerrohranbau einführten und dazu Sklaven aus Afrika ins Land brachten. 1814 besetzte Großbritannien das Gebiet, und 1831 wurde es unter dem Namen Britisch-Guayana britische Kolonie; das niederländische Verwaltungssystem blieb jedoch zunächst erhalten. 1834 wurde die Sklaverei abgeschafft; in der Folge kamen zahllose indische Vertragsarbeiter in die Kolonie, die indigene Bevölkerung stellte bald nur noch eine kleine Minderheit. 1928 wurde Guyana britische Kronkolonie und erhielt eine erste Verfassung; 1953 setzte die Kolonialmacht Großbritannien eine neue Verfassung in Kraft, die das allgemeine Wahlrecht einführte. Noch im selben Jahr fanden erste Wahlen statt, aus denen die People’s Progressive Party (PPP) als stärkste Kraft hervorging; Cheddi Jagan wurde Regierungschef. Ethnische Konflikte zwischen Indern und Schwarzen veranlassten Großbritannien jedoch, die Verfassung zu suspendieren (bis 1957), Truppen zu entsenden und Guyana vorläufig noch nicht die Unabhängigkeit zuzugestehen. Außerdem hatten die ethnischen Konflikte eine Spaltung der PPP in eine indischstämmige Partei mit Jagan und eine afrikanischstämmige Partei, den People’s National Congress (PNC), mit Forbes Burnham an der Spitze zur Folge.
1961 erhielt Guyana die volle Selbstverwaltung; Jagan wurde wieder als Premierminister eingesetzt. Der von ihm eingeleitete Reformkurs führte erneut zu blutigen Aufständen, die wieder einen rassistischen Unterton hatten. Als die Ruhe wiederhergestellt war, stand das Land am Rande des wirtschaftlichen Ruins.
Nach Verhandlungen über Verfassungsfragen zwischen Guyana und Großbritannien fanden Ende 1964 Wahlen statt. Die PPP erhielt erneut die meisten Stimmen, erreichte aber nicht die Mehrheit, worauf Großbritannien Forbes Burnham mit der Bildung einer Regierung beauftragte.
1965 wurde auf der Londoner Konferenz über die Unabhängigkeit Britisch-Guayanas eine neue Verfassung verabschiedet, und am 26. Mai 1966 wurde Guyana als parlamentarische Monarchie im Commonwealth in die Unabhängigkeit entlassen. Noch im selben Jahr wurde Guyana Mitglied der Vereinten Nationen, und 1968 war Guyana Gründungsmitglied der Karibischen Freihandelszone (Caribbean Free Trade Area, CARIFTA, siehe CARICOM). Die Wahlen von 1968 bestätigten Burnham im Amt. Am 23. Februar 1970 wurde Guyana in eine Republik umgewandelt – blieb aber weiterhin im Commonwealth – und Arthur Chung zum Präsidenten gewählt. Der PNC gewann 1973 erneut die Wahlen.
Anfang der siebziger Jahre nahm Guyana diplomatische Beziehungen mit China und anderen kommunistischen Ländern auf. Auf wirtschaftlicher Ebene suchte das Land mit Hilfe umfangreicher Investitionen verschiedene Ziele zu erreichen: landwirtschaftliche Unabhängigkeit, Ausbau der Erdölförderung sowie Intensivierung des Bauxitabbaus. 1974 übernahm die Regierung die Kontrolle über den gesamten Außenhandel.
Guyana war 1978 Schauplatz des Massenselbstmordes und Massenmordes in Jonestown, als mehr als 900 Mitglieder einer Sekte, in erster Linie US-Bürger, auf Anordnung ihres Führers James Warren Jones Gift nahmen.
Im Vorfeld einer geplanten Verfassungsänderung wurde 1978 die Amtszeit des Parlaments um ein Jahr über die Fünfjahresgrenze hinaus verlängert, dann noch ein weiteres Mal 1979. Nach Verabschiedung der neuen Verfassung 1980, die das Land in eine Präsidialrepublik umwandelte und den Präsidenten mit weitreichenden exekutiven Vollmachten ausstattete, wurde Burnham zum Staatspräsidenten gewählt; der PNC behielt die absolute Mehrheit im Parlament. Internationale Wahlbeobachter stellten Burnhams Sieg allerdings in Frage. Nach Burnhams Tod 1985 wurde der bisherige Premierminister Desmond Hoyte (ebenfalls PNC) zum Präsidenten gewählt. Bei den Parlamentswahlen im selben Jahr erlangte der PNC erneut die Mehrheit.
Die Wahlen von 1992 allerdings, die unter internationaler Beobachtung standen und als erste als frei und fair bezeichnet werden konnten, gewann klar die PPP, die nun mit Jagan als Präsident an die Macht zurückkehrte. Nach Jagans Tod im März 1997 übernahm Samuel Hinds das Präsidentenamt, während Jagans Witwe, die gebürtige US-Amerikanerin Janet Jagan, Premierministerin wurde. Im Dezember 1997 wurde Janet Jagan – als erste Frau in Südamerika und als erste Weiße in Guyana – zur Staatspräsidentin gewählt, trat jedoch 1999 bereits wieder zurück. Ihr Nachfolger wurde Bharrat Jagdeo (ebenfalls PPP). Die Parlamentswahlen von 2001 und ebenso die von 2006 gewann die PPP jeweils klar mit der absoluten Mehrheit.