Baumwolle
Klicken Sie im Menü Datei auf Drucken, um die Informationen zu drucken.
Baumwolle
2. Baumwollpflanzen

Die Baumwolle stammt von kleinen Bäumen und Sträuchern einer Gattung aus der Familie der Malvengewächse (zu der auch Roseneibisch, Okra und Malven gehören). Nach der Blüte entwickelt sich eine ovale Fruchtkapsel, die aufspringt, wenn sie reif ist, und einen Bausch weißer Samenhaare freigibt, die als Lint bezeichnet werden. In dem Bausch finden sich zahlreiche braune oder schwarze Samen. Die Samenhaare sind, wenn sie völlig reif und trocken sind, dünne, abgeflachte, schraubig verdrehte Röhrenzellen; an jedem sitzt ein Samen. Die Länge der einzelnen Fasern reicht von 1,3 bis sechs Zentimetern. Aus den Samen wachsen auch noch kürzere Fasern; diese werden Linters genannt.

Einige Arten werden kommerziell angebaut. Zu diesen Arten zählt ein kleiner asiatischer Baum ebenso wie die amerikanische Upland-Baumwolle, ein niedriger, stark verzweigter Strauch, der als einjährige Pflanze angepflanzt wird. Einer anderen Art gehören die Egyptian und die Sea-Island-Baumwolle an, die von der Egyptian abstammt, die um 1900 in die Vereinigten Staaten eingeführt wurde. Sea-Island-Baumwolle gedeiht im einzigartigen Klima der vor der südöstlichen Küste der Vereinigten Staaten gelegenen Sea Islands und auf den Westindischen Inseln, etwa auf Barbados. Wie bei der Egyptian-Baumwolle ist die Faser auch hier weiß und glänzend, jedoch ist sie länger als bei jeder anderen Baumwollart. Deshalb kann man sie zu besonders feinen Garnen verspinnen. Pima ist eine Baumwoll-Hybride. Nur diese Varietät langfaseriger Baumwolle wird in den Vereinigten Staaten noch in wirtschaftlich bedeutendem Umfang angebaut; sie wird im Südwesten der USA unter künstlicher Bewässerung kultiviert.

Die Herkunftsländer der verschiedenen Baumwollarten sind heute praktisch nicht mehr zu ermitteln. Im mexikanischen Tehuacán-Tal hat man Faser- und Kapselfragmente gefunden, deren Alter mit rund 7 000 Jahren bestimmt wurde. In Indien wird Baumwolle mit Sicherheit seit mindestens 5 000 Jahren angepflanzt und genutzt, vermutlich aber schon sehr viel länger. Auch die Chinesen und Ägypter des Altertums und die Ureinwohner Nord- und Südamerikas verwendeten Baumwolle. Baumwolle war eine der ersten Nutzpflanzen, welche die europäischen Siedler in Amerika anbauten; bereits 1607 wurde sie in der Kolonie Jamestown angepflanzt.