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| 3. | Computerchiffren |
Ein großer Teil vertraulicher Informationen wird heutzutage von staatlichen Stellen, Banken und vielen Unternehmen routinemäßig in Form von Datenkommunikation von einem Computer zu einem anderen gesendet. Normalerweise werden solche Daten über Telefonleitungen oder andere öffentliche Kanäle übermittelt. Anfang der siebziger Jahre wurde in den USA das Verschlüsselungssystem LUCIFER entwickelt, bei dem sowohl die Substitutions- als auch die Transpositionsmethode zum Einsatz kam. 1976 entwickelte man, aufbauend auf dem LUCIFER-System, eine kryptographische Technik mit dem Namen Data Encryption Standard (DES, Datenverschlüsselungsstandard). Es verwendete den aus Null und Eins bestehenden binären Computercode, wobei jede Einheit Bit genannt wird. Mit dem DES werden 64-Bit-Segmente der Mitteilung in 64-Bit-Segmente des Chiffretextes umgewandelt, wobei ein 56-Bit-Schlüssel verwendet wird. Jeder Nutzer sucht mittels Zufallsgenerator einen Schlüssel aus und macht ihn denjenigen zugänglich, die befugt sind, diese geschützten Daten zu lesen. Die eigentliche Mitteilung wird automatisch von elektronischen Geräten, die an die sendenden und empfangenden Computer angeschlossen sind, chiffriert und dechiffriert. Da es mehr als 70 Billiarden mögliche 56-Bit-Kombinationen gibt, ist die Wahrscheinlichkeit einen per Zufall erwählten Schlüssel zu entdecken, sehr gering. Allerdings erwies sich der DES als anfällig gegenüber sehr hochleistungsfähigen Dechiffriermethoden.
1978 entwickelte man den so genannten RSA-Algorithmus. Indem er zwei hundertstellige Primzahlen p und q miteinander multipliziert und daraus n = pq bildet, nutzt dieser Algorithmus das von Natur aus komplizierte Problem der Teilung von Primzahlen. Seit den Anfängen sind viele Spielarten von Chiffren entdeckt worden, jedoch scheint RSA am wirkungsvollsten und sichersten zu bleiben.