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Auschwitz

Auschwitz (polnisch Oświecim), größtes nationalsozialistisches Konzentrationslager, circa 50 Kilometer westlich von Krakau in Polen gelegen.

Das Lager wurde im Frühjahr 1940 auf Befehl von Heinrich Himmler errichtet und diente sowohl als Arbeitslager als auch ab 1941 als Vernichtungslager. Geleitet wurde es nacheinander von den SS-Obersturmbannführern Rudolf Höß, Artur Liebehenschel und Richard Baer. Der Gesamtkomplex bestand aus drei Einzellagern. Das Stammlager (Auschwitz I) wurde zwischen Mai und Juli 1940 errichtet. Auschwitz-Birkenau (Auschwitz II) wurde im Winter 1941/42 etwa drei Kilometer vom Stammlager entfernt errichtet; hier waren die meisten Gefangenen interniert, und hier befanden sich auch der Großteil der Gaskammern und die Krematorien. Auschwitz-Monowitz (Auschwitz III) wurde 1941 als Zwangsarbeitslager gebaut; dazu kamen noch etwa 40 Außen- und Nebenlager.

Im Rahmen der so genannten Endlösung wurden ab Ende 1941 systematisch Juden aus dem gesamten deutschen Machtbereich nach Auschwitz deportiert und dort zunächst „selektiert”: Wer nicht arbeitsfähig war, wurde in der Regel sofort in einer der vier als Duschräume getarnten Gaskammern von Auschwitz-Birkenau ermordet. In den Gaskammern konnten in den Jahren 1943/44 täglich bis zu 12 000 Menschen umgebracht werden.

Die arbeitsfähigen Gefangenen mussten für verschiedene deutsche Firmen, darunter für die I. G. Farben, bis zur völligen Erschöpfung arbeiten. Es gab kaum sanitäre Einrichtungen, die Nahrung war extrem knapp, die Häftlinge magerten bis auf die Knochen ab, und Seuchen waren an der Tagesordnung.

Im November 1944 wurden angesichts der vorrückenden sowjetischen Truppen auf Befehl Himmlers die Vergasungen eingestellt und die Gaskammern und die dazugehörigen Krematorien gesprengt. Bis zu diesem Zeitpunkt waren in Auschwitz schätzungsweise 1,1 bis 1,5 Millionen Menschen ums Leben gekommen. Die meisten Opfer waren Juden, die in den Gaskammern ermordet worden waren; Hunderttausende Gefangene starben an Hunger, Krankheiten, Entkräftung, Folter und Terror.

Am 27. Januar 1945 befreite die sowjetische Rote Armee das Lager. Der Name Auschwitz wurde zum Symbol für den Völkermord an den Juden in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern. Seit 1947 ist das Lager Gedenkstätte und Museum; 1979 wurde es von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. 1998 wurde in der ehemaligen Synagoge in Auschwitz ein jüdisches Zentrum eröffnet. Seit 1996 ist der 27. Januar, der Tag der Befreiung des Lagers Auschwitz, in der Bundesrepublik Deutschland offizieller Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus.