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Kariben

Kariben, Indianer der karibischen Sprachfamilie. Diese umfasste mit den bereits ausgestorbenen etwa 50 Sprachen, die von rund 200 unterschiedlichen Ethnien gesprochen wurden. Sie besiedelten verschiedene Regionen Süd- und Mittelamerikas (nach ihnen wurde die „Karibik” benannt).

Gegen Ende des 15. Jahrhunderts waren die Kariben auf den meisten Inseln der Kleinen Antillen sowie an der Küste des heutigen Venezuela beheimatet. Aus diesen Gebieten hatten sie zuvor die Arawak vertrieben.

Für die Männer der Kariben stand, folgt man der älteren ethnologischen Literatur, der Erfolg im Kampf im Zentrum ihres Weltbildes. Sie waren nicht hierarchisch organisiert, sondern kämpften als einzelne Krieger und überfielen andere Gruppen. Dieses Bild von den kriegerischen Kariben geht aber weitgehend auf Berichte der spanischen Eindringlinge zurück, gegen deren Vernichtungsfeldzüge sich die Kariben verzweifelt zur Wehr gesetzt hatten.

Die Kariben beherrschten ihre Boote meisterlich; ihre Flotten umfassten mitunter 100 mit Segeln ausgerüstete Einbäume. Sie lebten in kleineren Siedlungen, betrieben Landwirtschaft und Fischfang und jagten mit Blasrohren sowie mit Pfeil und Bogen. Ihre Siedlungsgemeinschaften bestanden in der Regel aus mehreren matrilinear organisierten Verwandtschaftsgruppen.

Als verschiedene europäische Staaten im 17. Jahrhundert nach der Vorherrschaft auf den Kleinen Antillen strebten, mussten dabei fast alle Kariben ihr Leben lassen. Nur wenige Gruppen überlebten auf den Inseln Saint Vincent und Dominica. Im Jahr 1796 deportierte die britische Regierung fast alle der verbliebenen 5 000 Kariben auf die Insel Roatan vor der Küste Honduras. Von dort aus besiedelten sie das gegenüberliegende Festland und leben heute in Guatemala und in einem Reservat in Dominica. Ihre Zahl beträgt etwa 25 000.