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Algonkin-Sprachen, die größte und am weitesten verbreitete nordamerikanische Sprachfamilie. Ihr gehörten ursprünglich mehrere hundert Stämme mit beinahe 50 miteinander verwandten Sprachen an. Die Algonkin-Stämme bewohnten den größten Teil Kanadas südlich der Hudsonbai zwischen den Rocky Mountains und dem Atlantischen Ozean. Nach Süden hin erstreckte sich ihr Siedlungsgebiet, mit Ausnahme der Territorien der Sioux und Irokesen, bis zum nördlichen Rand der US-Bundesstaaten North Carolina und Tennessee. Verschiedene Stämme siedelten auch in isolierten Gebieten weiter südlich oder westlich, etwa in Teilen der heutigen US-Bundesstaaten South Carolina, Iowa, Wyoming und Montana. Viele Algonkin-Sprachen sind bereits ausgestorben oder extrem im Schwinden begriffen.
Zu den bekanntesten Algonkin-Stämmen gehören die Algonkin, die der Sprachfamilie den Namen gegeben haben, die Amalecite, Arapaho, Schwarzfuß-Indianer, Cheyenne, Conoy, Cree, Delaware, Fox, Gros Ventre, Kickapoo, Massachuset, Miami, Micmac, Mohikaner, Montagnais, Musi, Narragansett, Naskapi, Nipmuc, Ojibwa, Ottawa, Pequot, Potawatomi, Sauk (oder Fox), Shawnee, Tête de Boule und die Wampanoag. Zu den wichtigsten Algonkin-Konföderationen gehören die Abnaki, die Pennacook und die Illinois.
Charakteristika der Algonkin-Sprachen sind u. a. ein agglutinierend-polysynthetisches Wortbildungsmuster, ein reduziertes Phonemsystem, zwei Genera mit Belebtheits- bzw. Unbelebtheitskennzeichnung, drei Personen, Markierung von Besitzverhältnissen, keine deutliche Unterscheidung zwischen den Wortarten.