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Kuomintang, auch Guomindang, (KMT; chinesisch: Nationale Volkspartei), chinesische politische Partei, entstanden während der Revolution von 1911 und ab 1949 die dominierende und die längste Zeit allein regierende Partei in Taiwan.
Die Kuomintang, hervorgegangen aus der von Sun Yatsen gegründeten Geheimgesellschaft Tung-meng-hui, hatte wesentlichen Anteil an der Revolution von 1911, in deren Verlauf die Mandschu-Dynastie gestürzt und die Republik China ausgerufen wurde. Nach der Wahl Sun Yatsens zum vorläufigen Präsidenten der Republik (1911) wurde die Kuomintang zur führenden Partei. Im darauf folgenden Jahr wurde Sun von Yuan Shikai abgelöst, der 1913 die KMT auflöste.
Nach dem 1. Weltkrieg bildete die Kuomintang eine eigene Regierung im Süden Chinas und bemühte sich um die Anerkennung durch die wichtigsten ausländischen Mächte, erlangte allerdings nur die Anerkennung durch die Sowjetunion. 1923 verband sich die KMT mit der Chinesischen Kommunistischen Partei. Ein Jahr später gab sich die KMT ein Grundsatzprogramm. Zwischen 1924 und 1927 nahm die Macht der Kommunisten innerhalb der Kuomintang zu, bis Chiang Kai-shek, der nach Sun Yatsens Tod 1925 die Führung der KMT übernommen hatte, mit ihnen brach. Im Herbst 1928, nach dem Nordfeldzug gegen die Warlords, stellte er die Einheit Chinas wieder her und machte die KMT zur staatstragenden Partei.
Nach dem 2. Weltkrieg griffen Kommunisten von Stützpunkten in Nordchina und in der Mandschurei aus das Regime der KMT an. Versuche der USA, in diesem Konflikt zu vermitteln, scheiterten. 1949 musste sich die Kuomintang den Kommunisten unter Mao Tse-tung endgültig geschlagen geben; mit den Resten ihrer Armee, insgesamt etwa zwei Millionen Menschen, zog sie sich im Sommer 1949 auf die Insel Taiwan zurück. Mit amerikanischer Militär- und Wirtschaftshilfe und unter der Führung von Chiang Kai-shek errichtete die Kuomintang auf Taiwan ein eigenes Staatswesen, das den Anspruch erhob, ganz China zu vertreten. Nach dem Tod Chiangs 1975 übernahm sein Sohn Chiang Ching-kuo den Vorsitz der KMT und 1978 auch die Staatsführung. Nach dessen Tod 1988 wurde Lee Teng-hui als erster aus Taiwan stammender KMT-Politiker Parteivorsitzender und Staatspräsident; bei der ersten Direktwahl des Staatspräsidenten 1996 wurde er im Amt bestätigt.
2000 musste die Kuomintang ihre Rolle als staatstragende, alleinregierende Partei abgeben – als Folge des von der KMT in den achtziger Jahren selbst eingeleiteten Demokratisierungsprozesses: Bei den Präsidentenwahlen im März 2000 erreichte der Kandidat der KMT, der amtierende Vizepräsident Lien Chan, nur den dritten Platz hinter dem Kandidaten der oppositionellen Demokratisch-Progressiven Partei (DPP), Chen Shui-bian, und dem ehemaligen KMT-Generalsekretär und im Herbst 1999 aus der KMT ausgeschlossenen James Soong. Im Parlament verfügte die KMT jedoch weiterhin knapp über die absolute Mehrheit.
Nach den Wahlen kam es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen KMT-Flügeln, wobei die Anhänger James Soongs Lee Teng-hui Verrat vorwarfen und ihm die Verantwortung für die Niederlage zuwiesen; die Lage beruhigte sich erst wieder, als Lee Teng-hui vom Parteivorsitz zurücktrat. Zugleich gründete James Soong eine neue Partei mit dem Namen „Das Volk zuerst”, die sich als Sammelbecken unzufriedener Kuomintang-Mitglieder und -Anhänger verstand sowie als Gegenbewegung zu dem im Lauf der vielen Jahre an der Macht zunehmend korrupt gewordenen KMT-Regime. Im Juni 2000 wählte die Kuomintang Lien Chan zu ihrem neuen Vorsitzenden.
2001 verlor die Kuomintang auch noch ihre letzte Machtbastion: Bei den Parlamentswahlen im Dezember 2001 musste sie erdrutschartige Verluste hinnehmen und gewann nur noch 68 der insgesamt 225 Mandate; ihren Platz als stärkste Kraft nahm nun die DPP mit Präsident Chen Shui-bian ein. Die drastischen Verluste der KMT wurden teilweise dem ehemaligen Vorsitzenden Lee Teng-hui angelastet, der kurz vor den Wahlen noch die Gründung einer neuen Partei, der Taiwan Solidaritäts-Union, betrieben und deutliche Sympathien für Präsident Chen Shui-bian gezeigt hatte. Aber schon bei den Parlamentswahlen im Dezember 2004 verbesserte sich die Kuomintang wieder auf 80 Mandate, und die darauf folgenden Wahlen im Januar 2008 brachten ihr mit 81 von unterdessen nur noch 113 Mandaten wieder eine Zweidrittelmehrheit im Parlament. Im März 2008 gewann sie außerdem mit ihrem Kandidaten Ma Ying-jeou das Präsidentenamt zurück.