Sciencefiction
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3. Englische Sciencefictionliteratur

Ein früher Vertreter der englischen Sciencefictionliteratur war Edward Bulwer-Lytton (Zanoni, 1842; The Coming Race, 1871). Ungleich größeren Einfluss auf die Entwicklung des Genres aber hatte H. G. Wells, der neben Verne als eigentlicher Begründer der Gattung gilt. Er erweiterte das klassische Repertoire um Themen aus dem Bereich der Biologie und das Motiv der Zeitreise, das später als „Problem der vierten Dimension” immer wieder aufgegriffen wurde, so in zahlreichen literarischen Zeitschriftenwettbewerben des frühen 20. Jahrhunderts (1895, Die Zeitmaschine). Zu seinen größten Erfolgen gehörten die Schreckensutopie Dr. Moreaus Insel (1896) über moralisch verantwortungslose Biologen und die von ihnen gezüchteten Kreaturen sowie Der Unsichtbare (1897) über einen Forscher, der nach der Entdeckung eines ihn unsichtbar machenden Serums Opfer seines hemmungslosen Machtstrebens wird. Dr. Moreaus Insel wurde mehrfach verfilmt, so 1933 von Erle C. Kenton (mit Charles Laughton und Bela Lugosi) und 1996 von John Frankenheimer. Wells selbst steuerte zu Der Mann, der die Welt verändern wollte (1936) und Was kommen wird (1936) Drehbücher zu Filmadaptionen zweier seiner Texte bei. Sein Der Krieg der Welten (1898) arbeitet mit derartig realistischen Orts- und Zeitangaben, dass der amerikanische Regisseur Orson Welles später mit seiner Livesendung einer Hörfunkbearbeitung ganz Amerika in Angst und Schrecken versetzen konnte (siehe unten).

Als Antwort auf den viel gelesenen Zukunftsroman Last and First Men (1930) des sozialistischen Philosophen Olaf Stapledon verfasste der Schriftsteller und Literaturhistoriker C. S. Lewis den Roman Jenseits des schweigenden Sterns, der 1938 als erster Band der so genannten Space-Trilogie erschien und das christliche Menschenbild gegen die Angriffe der modernen Philosophie und Wissenschaften verteidigen sollte. Will man den utopischen Roman in der Tradition Thomas Mores zur Sciencefictionliteratur rechnen, so gehören die beiden Negativutopien Schöne neue Welt (1932) von Aldous Huxley und 1984 (1949) von George Orwell, die den positiven Utopien ihrer Vorgänger ein Horrorszenario von der Zukunft der menschlichen Zivilisation innerhalb eines totalitären Überwachungsstaates entgegensetzen, zu den bedeutendsten Zeugnissen des Genres. Ein bedeutender englischer Sciencefictionautor der fünfziger Jahre war John Wyndham. Überaus erfolgreich war auch die in den achtziger und neunziger Jahren erschienene fünfbändige Sciencefictionparodie Per Anhalter durch die Galaxis von Douglas Adams (*1952).