Schweden
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Schweden
2. Land

Schweden hat eine maximale Nord-Süd-Ausdehnung von rund 1 600 Kilometern und erstreckt sich von Westen nach Osten über bis zu etwa 500 Kilometer. Die gesamte Küste hat eine Länge von circa 7 600 Kilometern.

1. Physische Geographie

Schweden ist Teil des Fennoskandinavischen Schildes, der sich über Nordeuropa erstreckt. Die Gesteine sind, mit Ausnahme der nördlichen Regionen, meist alte präkambrische Granite, kristalline Schiefer und Gneise. Jüngere metamorphosierte Gesteine sind für den nördlichen Teil des Landes charakteristisch. Sedimentäre Gesteine wurden in den südlichen Ebenen in Schonen, auf Gotland und auf Öland weitflächig abgelagert. Die heutige Topographie Schwedens wurde größtenteils während der quartären Eiszeiten durch mächtige Inlandeismassen geformt. Der Rückzug des Eises erfolgte vor etwa 8 000 Jahren. Die Gebirge wurden, mit Ausnahme einiger der höchsten Erhebungen, durch Gletscher überformt. Das Eis schnitt tiefe Täler in das Land, und die riesigen Schmelzwassermassen sammelten sich in den Senken zu Gletscherseen.

Im nordwestlichen Teil des Landes erheben sich Ausläufer der Skanden. Dieses Gebirge, das sich auch nach Norwegen erstreckt, fällt nach Osten steil zur an den Bottnischen Meerbusen grenzenden Küstenebene ab. Die höchste Erhebung der Skanden und des Landes ist der Kebnekajse mit 2 111 Metern. Die hohen Gebirgsregionen sind teilweise vergletschert. Insgesamt werden etwa zwei Drittel der Landesfläche von Gebirgen eingenommen.

Die nach Süden anschließende mittelschwedische Senke ist von mächtigen Sedimenten bedeckt. Die Ablagerungen erfolgten auch zu Zeiten, in denen diese Region vom Meer bedeckt war. Das Hügelland im südlichen Teil des Landes wird großräumig von Moränenmaterial überlagert. Der Küstenbereich wird geprägt durch zahlreiche, tief ins Land reichende Meeresarme (Färden) und Schären; bei diesen handelt es sich um durch nacheiszeitlichen Anstieg des Meeresspiegels überflutete Rundhöcker.

2. Flüsse und Seen

In den Gebirgen in Nordschweden entspringen viele Flüsse, die nach Südosten in Richtung des Bottnischen Meerbusens fließen. Diese Flüsse, die häufig lang gestreckte Seen durchfließen und einige Wasserfälle und Stromschnellen aufweisen, stellen ein wertvolles Potential zur Energieerzeugung durch Wasserkraft dar. Die wichtigsten Flüsse sind Ångermanälv, Dalälv, Klarälv, Umeälv und Torneälv. In der mittelschwedischen Senke befinden sich zahlreiche Seen, darunter auch die größten Seen des Landes, der Vänersee und der Vättersee.

3. Klima

Trotz der ausgesprochen nördlichen Lage ist das Klima in Schweden relativ mild. Dies ist vor allem auf die Einflüsse des Golfstromes und der vorherrschenden Westwinde zurückzuführen, die vom relativ warmen Nordatlantischen Ozean kommen. Im Winter gleichen sich diese Einflüsse durch die vom Osten hereinströmenden kalten Luftmassen aus. In Nordschweden herrscht, bedingt vor allem durch die höhere geographische Breite und die Gebirgsketten, welche die Wirkung mäßigender maritimer Einflüsse behindern, ein erheblich raueres Klima als im Süden. Die mittlere Temperatur liegt im Februar, dem kältesten Monat, in ganz Schweden unter 0 °C; die Mittelwerte für Februar schwanken von -3 °C in Stockholm und -1 °C in Göteborg bis -12 °C in Haparanda im Norden des Landes. Im Juli, dem wärmsten Monat, liegen die mittleren Temperaturen bei 16,7 °C in Göteborg, 18,4 °C in Stockholm und 15 °C in Haparanda. Der Anteil der Tageslichtstunden nimmt im Sommer nach Norden mit zunehmender geographischer Breite zu und im Winter ab. In dem ein Siebtel der Fläche Schwedens einnehmenden Teil jenseits des nördlichen Polarkreises bleibt es den Sommer über bis zu zwei Monate ununterbrochen hell (Polartag) und etwa zwei Monate lang im Winter durchgehend dunkel (Polarnacht).

Die durchschnittliche Niederschlagsmenge beträgt in Schweden 535 Millimeter. In Stockholm liegt der jährliche Niederschlag bei 385 Millimetern und in Göteborg bei 760 Millimetern. Am meisten regnet es im Südwesten und in den Gebirgsregionen an der norwegischen Grenze. Die Niederschläge fallen überwiegend im Spätsommer; starker Schneefall ist für Mittel- und Nordschweden charakteristisch.

4. Flora und Fauna

In Nordschweden dominiert alpine und arktische Vegetation. An die karge Vegetation der höchsten Gebirgsregionen schließen sich mit abnehmender Höhe Moorlandschaften an, in denen Moose und Flechten dominieren. In den tiefer gelegenen Regionen folgt zunächst eine Baumzone mit Birken und Weiden. Die daran anschließende, die größte Fläche einnehmende Zone besteht aus Nadelwäldern vorwiegend mit Fichten und Kiefern. Im Süden sind Laubbäume verbreitet, darunter Eichen und Buchen als Hauptbaumarten.

Die in Schweden am weitesten verbreiteten Paarhufer sind Rehe und Elche, zudem gibt es Rot- und Damhirsche sowie in den nördlichen Landesteilen Rentiere. In den Wäldern leben die Großraubtiere Braunbär, Wolf und Luchs, ein weiteres bemerkenswertes Raubtier ist der im Nordwesten des Landes vorkommende Vielfraß, eine Marderart. Zu den Nagetieren gehören zwei Arten von Lemmingen, die für ihre periodischen Bestandsvermehrungen und Wanderungen bekannt sind. Die Greifvogelfauna ist u. a. durch Stein-, See- und Fischadler repräsentiert, zu den Eulen gehören Habichtskauz, Bartkauz und Sperbereule. Weitere bemerkenswerte Vogelarten sind die Raufußhühner Alpenschneehuhn, Moorschneehuhn, Auerhuhn und Birkhuhn.

Etwa 9 Prozent des Bodens in Schweden können für die Landwirtschaft genutzt werden; der größte Teil davon befindet sich im Süden des Landes. Fruchtbare marine Lehmsedimente sind an der Südküste verbreitet, tiefer gelegene sedimentäre Kalksteine und Schiefertone, die nach Verwitterung zur Anreicherung des Bodens mit Nährstoffen beitragen, treten in den Hochebenen des südlichen Schweden auf. In den übrigen Teilen des Landes dominieren relativ nährstoffarme, quarzreiche Podsole sowie große Gebiete mit anstehendem Gestein.

5. Umweltsituation

Zu den gravierendsten Umweltproblemen Schwedens gehört der saure Regen. Er belastet den Boden, verursacht Übersäuerung der Gewässer und Waldsterben. Das Land hat bereits große Fortschritte bei der Bekämpfung der Ursachen gemacht. Schweden führt ein ehrgeiziges Umweltschutzprogramm durch und hat außerdem als eines der ersten Länder ökologisch orientierte Steuern eingeführt. Der Großteil der Luftverschmutzung in Schweden, die sich in saurem Regen niederschlägt, wird jedoch von außen in das Land hineingetragen. Als Folge der Umweltverschmutzung in anderen Ländern wird ein Anstieg der Säurewerte in den Böden Schwedens verzeichnet. Der in landwirtschaftlichen Abwässern enthaltene Stickstoff hat zu großen Schäden und zur Eutrophierung in Nordsee, Ostsee und in vielen Seen des Landes geführt.