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Heilige Maria Magdalena, Gestalt aus dem Neuen Testament. Die Galiläerin Maria, deren Beiname auf ihre Herkunft aus Magdala verweist, einer Stadt in der Nähe von Tiberias (heute in Israel), gehörte zu den Frauen, die Jesus und seine Jünger begleiteten. Sie wird in allen vier Evangelien als erste Zeugin von Jesu Auferstehung erwähnt und gilt als authentische Vermittlerin der Lehre Christi. Jesus Christus heilte sie demnach von ihren bösen Geistern (Lukas 8, 2), und sie wachte unter dem Kreuz (Markus 15, 40). Nach seiner Auferstehung erschien ihr Jesus (Matthäus 28, 9). Maria Magdalena wird seit Gregor I. in der Überlieferung als Sünderin beschrieben, die die Füße Jesu salbte (Lukas 7, 37-38). Hierbei handelt es sich den ursprünglichen Quellen zufolge jedoch um eine Vermischung mit zwei anderen biblischen Figuren, Maria von Bethanien und der „namenlosen Sünderin”. Der Legende nach ging Maria Magdalena mit zwei Begleitern (Lazarus und Martha) nach Südfrankreich, um das Evangelium zu verkünden. Sie soll einige Jahre als Einsiedlerin in einer Höhle (im heutigen Département Var) gelebt haben. Angeblich wurde sie in Aix-en-Provence begraben und die sterblichen Überreste im 9. Jahrhundert in ein Kloster überführt. Das Kloster in Vézelay, in dem ihre Gebeine demnach verwahrt werden, wurde ab dem 11. Jahrhundert zu einem Wallfahrtsort. Das Fest der heiligen Maria Magdalena wird traditionell am 22. Juli gefeiert. Das Motiv der „reuigen Sünderin” wurde vor allem in der Dichtung und Malerei des Mittelalters häufig aufgegriffen, später u. a. auch in Friedrich Hebbels Drama Maria Magdalena von 1844 sowie in einer modernen Interpretation von Luise Rinser (Mirjam, 1983).