Zinn
Klicken Sie im Menü Datei auf Drucken, um die Informationen zu drucken.
Zinn
2. Eigenschaften und Vorkommen

Zinn ist bei einer Temperatur von 100 °C sehr geschmeidig und formbar und wird von starken Säuren (Säuren und Basen) angegriffen. Das gewöhnlich silberweiße Metall (so genanntes β-Zinn) wandelt sich bei Temperaturen unter 13 °C in eine allotrope (von der β-Modifikation sehr verschiedenen) Modifikation um, die man graues Zinn (oder a-Zinn) nennt. Dabei handelt es sich um ein amorphes, graues Pulver mit einer relativen Dichte von 5,75. Gegenstände aus Zinn sind mitunter stark zersetzt. Aufgrund des gesprenkelten Aussehens nennt man diese Erscheinung auch Zinnpest. Eine gewöhnliche Zinnstange erzeugt beim Verbiegen ein knisterndes Geräusch, das man Zinngeschrei nennt und das durch die Reibung von Zinnkristallen aneinander verursacht wird.

Zinn steht bei den Elementen in der Erdkruste an 49. Stelle der Häufigkeitsskala. Gewöhnliches Zinn schmilzt bei circa 232 °C und siedet bei circa 2 260 °C. Die Atommasse von Zinn beträgt 118,69 u.

Das wichtigste Zinnerz ist das Kassiterit oder Zinnstein (SnO2), das sowohl in Deutschland, aber auch in Cornwall (England), auf der Malaiischen Halbinsel, in Bolivien, Brasilien und in Australien vorkommt. Bei der Extraktion von Zinn wird das Erz in den ersten Verfahrensschritten zerkleinert und gewaschen. Dann röstet man dieses Rohprodukt, wobei die im Erz ebenfalls enthaltenen Eisen- und Kupfersulfide oxidiert werden. Nach wiederholtem Waschen wird das Vorprodukt mit Kohlenstoff in einem Flammofen reduziert. Dabei sammelt sich das geschmolzene Zinn im unteren Bereich des Ofens an. Es wird abgestochen und in Blöcke gegossen. Diese Stücke nennt man Blockzinn. In dieser Form wird das Zinn bei niedrigen Temperaturen nochmals geschmolzen. Die noch enthaltenen Verunreinigungen sammeln sich dabei als unlösliche Masse. Darüber hinaus lässt sich Zinn auch durch Elektrolyse reinigen.