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| 3. | Verbindungen |
Schmilzt man Zinndioxid mit Natriumhydroxid, so entsteht Natriumstannat(IV) (Na2SnO3). Stannate sind Salze der hypothetischen Zinnsäure – hypothetisch deshalb, weil sie in freier Form nicht existiert. Zinn löst sich in Salzsäure (siehe Chlorwasserstoff) unter Bildung von Zinn(II)-chlorid (SnCl2); in Königswasser bildet sich dagegen Zinn(IV)-chlorid (SnCl4). Zinn reagiert mit Natriumhydroxid zu Natriumhexahydroxostannat und gasförmigem Wasserstoff. In kalter und sehr verdünnter Salpetersäure löst sich Zinn unter Bildung von Zinn(II)-nitrat und Ammoniumnitrat; in konzentrierter Salpetersäure bildet sich „Meta-Zinnsäure” (H2SnO3). Analog zur Zinnsäure wird auch die Existenz der Meta-Zinnsäure in Fachkreisen sehr stark angezweifelt. Allgemein bezeichnet man die „Zinnsäuren” stattdessen als Zinnoxidhydrate (= Zinnoxide mit einer unterschiedlichen Anzahl von Wassermolekülen). Zinn(II)-Sulfid (SnS) erhält man als dunkelbraunen Niederschlag, wenn man Schwefelwasserstoff in eine Lösung von Zinn(II)-chlorid leitet. Zinn(IV)-sulfid (SnS2) entsteht, wenn man Schwefelwasserstoff in eine Lösung eines Zinn(IV)-salzes leitet.
Die zwei Hydroxide des Zinns – Sn(OH)2 und Sn(OH)4 – lassen sich herstellen, wenn man z. B. wenig Alkalihydroxid zu den Lösungen der Zinn(II)- bzw. Zinn(IV)-salze gibt. Zinn(II)-oxid (SnO), ein schwarzes, wasserunlösliches Pulver, erhält man beim Erhitzen von Zinn(II)-oxalat unter Luftausschluss. Ist Luft zugegen, so verbrennt das Zinn(II)-oxid zum Zinndioxid oder Zinn(IV)-oxid (SnO2), einem weißen, wasserunlöslichen Feststoff. Auch beim Erhitzen von Zinnoxidhydraten oder metallischem Zinn bei hohen Temperaturen an der Luft erhält man ebenfalls Zinndioxid.