Buch
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2. Bestandteile, Arten und Herstellung des Buches

Ein Buch setzt sich im Wesentlichen aus den beiden Elementen Buchblock und Bucheinband zusammen. Der Buchblock, der eigentliche Inhaltsträger des Buches, besteht hauptsächlich aus den bedruckten, gefalzten, gebundenen (oder gehefteten) und beschnittenen Einzelblättern. Der Bucheinband besteht aus dem so genannten Buchrücken, an dessen Innenseite der Buchblock befestigt wird (bei gebundenen Büchern gewöhnlich durch Einhängung am Bundsteg, bei Taschenbüchern durch Klebung), und aus den beiden „abklappbaren” Buchdeckeln, die zur weiteren Stabilisierung des Buches auf der Innenseite jeweils mit dem Vorsatzblatt des Buchblocks beklebt werden. Der Bucheinband ist in der Regel aus fester Pappe, die bei gebundenen Büchern noch mit einem Bezugsmaterial überzogen sein kann, etwa Leinen, Pergament, Leder oder Kunststoff. Bei fest gebundenen Büchern wird um den Bucheinband oft noch ein (z. B. mit Autor, Titel, Inhaltsbeschreibung, Klappentext, Illustrationen und weiteren textlichen oder graphischen Elementen bedruckter) Schutzumschlag gelegt. Die drei schmalen Kanten des Buchblocks, an denen sich das Buch öffnen lässt, heißen Schnitt (Kopf-, Seiten- und Unterschnitt); der Buchschnitt kann aus ästhetischen Gründen, aber auch zum Schutz vor Verschmutzung eingefärbt oder anderweitig verziert sein (Arten der Schnittverzierung sind u. a. der Farbschnitt, der Goldschnitt und der Marmorschnitt). Einige Bücher besitzen als Lesezeichen ein am oberen Ende des Buchrückens befestigtes farbiges Gewebeband (oft aus Seide), das so genannte Lesebändchen.

Nach der Art ihres Einbandes unterscheidet man als Bucharten das fest gebundene Buch (Hardcover) und das Taschenbuch (Softcover), wobei Letzteres gelegentlich noch nach der Art der Bindung in Paperback (Klebebindung) und broschiertes Buch oder Broschur (Fadenheftung) unterschieden wird; diese Begriffe werden im allgemeinen Sprachgebrauch aber auch synonym verwendet. Nach inhaltlichen Gesichtspunkten lassen sich fiktionale von nicht fiktionalen Büchern unterscheiden. Zu den fiktionalen Büchern zählen z. B. belletristische Bücher (etwa Roman, Erzählungssammlung, Gedichtband), Kinder- und Jugendliteratur, Bilderbücher oder auch Liederbücher; Gattungen des nicht fiktionalen Buches sind u. a. Sachbuch, Fachbuch, Lexikon, Wörterbuch und Schulbuch. Obwohl nicht gebunden, gelten üblicherweise auch so genannte Loseblattsammlungen als Bücher, also Ordner mit einzelnen unverbundenen Blättern, die bei Bedarf ergänzt oder ausgetauscht werden können (von Bedeutung etwa bei Gesetzessammlungen oder amtlichen Veröffentlichungen). Im engeren Sinn keine Bücher trotz entsprechender Benennung sind elektronische Bücher („E-Books”) und Hörbücher.

Bücher werden in aller Regel von Verlagen produziert und – oft mit der Zwischenstufe Buchgroßhandel – vom Bucheinzelhandel (z. B. Sortiments- oder Versandbuchhandel) an den Endkunden vertrieben. Während Autor und Verlag vor allem an der geistigen, immateriellen Herstellung des Buches beteiligt sind, findet die materielle Produktion – nach Vorgaben der Herstellungsabteilung des Verlags – in Setzereien, Druckereien und Buchbindereien statt. Setzereien sind für die typographische Gestaltung und die Herstellung der Druckvorlagen zuständig, Druckereien für die Bedruckung des Papiers (oft in Form großformatiger Bogen) und Buchbindereien für das Falzen und Zuschneiden der Bogen sowie die weiteren Arbeitsschritte bis zum fertig gebundenen Buch. Die Herstellung eines Buches ist ein industrieller Vorgang; das Buch als solches ist ein Gebrauchsgegenstand. Bücher werden aber vielfach auch – über ihren literarischen Gehalt hinaus – als Objekte der Kunst angesehen; so können alle Schritte der Buchherstellung (z. B. Typographie, Druckgraphik, Illustration, Papierherstellung, Druck, Bindung, Umschlaggestaltung etc.) auch künstlerisch bzw. kunstgewerblich betrieben werden. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von Buchkunst.