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Beirut
1. Einleitung

Beirut (im Altertum Berytos), Hauptstadt, Regierungssitz und größte Stadt des Libanon, am Mittelmeer gelegen.

2. Wirtschaft

Bis zum Ausbruch des Bürgerkrieges (1975-1990) war Beirut eines der bestimmenden Verkehrs- (Überseehafen), Handels-, Finanz- und Kulturzentren Vorderasiens. Dies änderte sich grundlegend, denn sowohl die Innenstadt als auch die Industrie- und Hafenanlagen Beiruts wurden weitgehend zerstört.

Mit Geldern von Auslandslibanesen wird seit 1991 ein völlig neues Stadtzentrum mit Banken, Hotels, Büro- und Verwaltungsgebäuden errichtet. Der Wohnungsbau gilt zurzeit als Wachstumsbranche. Auch der früher sehr erfolgreiche Überseehafen sowie der internationale Flughafen haben bis heute nicht wieder ihre alte Leistungsfähigkeit erreicht.

3. Stadtbild

Um den zerstörten historischen Stadtkern herum entstanden insbesondere im Süden Armenviertel, welche die Stadt mit den benachbarten Vororten verbinden. Beirut erstreckt sich über eine Fläche von 42 Quadratkilometern. Im Osten der Stadt (Ashrafiyah) leben vor allem Christen, in den westlichen Vierteln von Beirut (Musaytibah) vorwiegend sunnitische Muslime. Im südlichen Teil der Stadt leben überwiegend libanesische Schiiten und Palästinenser. Besonders die attraktiven Hanglagen des Libanongebirges sind unter vermögenden Arabern sehr beliebt.

Zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt gehört vor allem die Große Moschee (1291), die auf einem christlichen Vorgängerbau errichtet wurde. Das Nationalmuseum (1920 gegründet) verwahrt viele Schätze aus Byblos und Tyros aus der Zeit des 18. Jahrhunderts v. Chr., darunter das älteste Alphabet der Welt. 1995 entdeckte man in der Stadtmitte Reste einer alten Kreuzritterburg aus dem 12. Jahrhundert.

4. Geschichte

Beirut wird bereits im 15. Jahrhundert v. Chr. auf den Tell-el-Amarna-Tafeln erwähnt. 14 v. Chr. wurde die phönizische Seestadt Berytos eine Kolonie Roms (Colonia Iulia Augusta Felix Berytus). Die ursprüngliche Stadt lag in dem Tal zwischen den Hügeln Ashrafiya und Musaytibah. Während der römischen Herrschaft war Beirut Sitz einer berühmten Rechtsschule, die über drei Jahrhunderte lang bestand. 551 wurde der Ort durch ein Erdbeben zerstört, nach dem Wiederaufbau 635 geriet er unter arabische Herrschaft. Von 1110 bis 1187 und von 1197 bis 1291 war Beirut unter der Herrschaft der Kreuzfahrer.

Nach 1516 war die Stadt Teil des Osmanischen Reiches. Mitte des 19. Jahrhunderts flohen viele Christen aus Damaskus nach Beirut. Im 19. Jahrhundert florierte der Handel mit Europa, Beirut entwickelte sich zu der am stärksten westlich geprägten Stadt in Vorderasien. Nach dem Ende des 1. Weltkrieges wurde Frankreich vom Völkerbund das Mandat für den Libanon und Beirut übertragen. Die französische Herrschaft dauerte bis 1943. Ein Jahr später wurde Beirut Hauptstadt der Republik Libanon.

Während des Bürgerkrieges kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Christen, Schiiten, Drusen, Palästinensern und Syrern. Die Stadt war durch eine so genannte „Grüne Linie” geteilt; diese bis 1990 bestehende Demarkationslinie teilte die Stadt in einen muslimischen West- und einen christlichen Ostteil.

Die Einwohnerzahl beträgt etwa 1,79 Millionen (2003).