| Hamburg | Artikelansicht | ||||
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| 3. | Stadtbild |
Das gesamte Hafengebiet umfasst eine Fläche von rund 7 400 Hektar, etwa 60 Prozent davon entfallen auf Landflächen. Das Stadtbild wird heute im Wesentlichen von den Bauten des 19. und 20. Jahrhunderts geprägt; der größte Teil älterer Bausubstanz wurde bei Großbränden zerstört. Beim Wiederaufbau nach dem 2. Weltkrieg wurden einige historische Gebäude rekonstruiert. In einigen Stadtvierteln (z. B. Pöseldorf), an der Elbchaussee und in noblen Vororten (z. B. Blankenese) befinden sich zahlreiche repräsentative Villen. Im Rahmen eines der ambitioniertesten städtebaulichen Projekte in Europa wird die Hamburger Innenstadt um 155 Hektar erweitert. Das neue Stadtviertel HafenCity entsteht am Nordrand des Hafens; die endgültige Fertigstellung ist für 2020 vorgesehen.
Der Stadtkern Hamburgs, der sich grob in die Altstadt und die Neustadt unterteilen lässt, beherbergt Geschäftsviertel und wird von zahlreichen Fleeten (Kanälen) durchzogen. Sie bilden ein dichtes Netz von Wasserarmen, das von zahlreichen Brücken überspannt wird; Hamburg besitzt mehr Brücken als Amsterdam und Venedig zusammen. Die im Zentrum der Stadt aufgestaute Alster bildet zwei Binnenseen, die kleinere Binnen- und die größere Außenalster, beide werden von Schiffen des öffentlichen Personennahverkehrs befahren.
Auf den Hafenrundfahrten, die von den 1909 erbauten Landungsbrücken starten, lässt sich der Hamburger Hafen besichtigen. Sehenswert ist u. a. auch die historische Speicherstadt (1884 bis 1910 errichtet), ein Komplex ehemaliger Lagerhäuser auf der Brookinsel, der seit Ende des 20. Jahrhunderts eine Umstrukturierung erfährt. Immer mehr Speicherhäuser werden von Unternehmen genutzt, die mit der alten Funktion des Viertels kaum noch etwas zu tun haben (u. a. von Werbeagenturen und Hightechfirmen). Die Reeperbahn im Stadtteil Sankt Pauli zählt zu den bekanntesten Vergnügungsstraßen der Welt. Zu den exklusivsten Einkaufsstraßen gehört der Jungfernstieg an der Binnenalster. Eine viel besuchte Attraktion ist Hagenbecks Tierpark, ein privat geführter Zoo, der einst mit seinem neuartigen Gestaltungskonzept (Schaffung einer „natürlichen” Umgebung, Gräben statt Gittern) richtungweisend für zoologische Gärten in aller Welt wurde.
Das Hamburger Rathaus wurde 1897 im Stil der Neorenaissance vollendet; markant sind sein 112 Meter hoher Turm und die reich mit Skulpturen deutscher Herrscher verzierte Fassade. Das auf mehr als 4 000 Holzpfählen errichtete Rathaus umfasst insgesamt 647 Zimmer und ist Sitz der Hamburger Bürgerschaft und des Senats. Weitere historisch bedeutende Bauten sind z. B. die Börse (1841) und die Kunsthalle (1869). Auch einige sakrale Bauwerke prägen das Stadtbild, darunter vor allem Sankt Petri (Baubeginn 12. Jahrhundert), Sankt Jacobi (13.-15. Jahrhundert), Sankt Katharinen (14./15. Jahrhundert) und Sankt Michaelis (spätes 18. Jahrhundert), dessen Turm, der so genannte Michel, als Wahrzeichen Hamburgs gilt. Sehenswerte Bauten aus neuerer Zeit sind die heute unter dem Namen Laeiszhalle bekannte ehemalige Musikhalle (erbaut 1904 bis 1908), die Landungsbrücken (1909), der ins Hafengelände führende Sankt-Pauli-Elbtunnel (1911, nicht zu verwechseln mit dem neuen Elbtunnel von 1975), das Chilehaus (1923), der botanische Garten Planten un Blomen und die Köhlbrandbrücke (1975), eine lange Hängebrücke über einen Flussarm der Elbe.