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Syndikalismus, Ende des 19. Jahrhunderts zuerst in Frankreich entstandene, revolutionäre Gewerkschaftsbewegung. Die in vielerlei Hinsicht dem Anarchismus nahe stehenden Syndikalisten wollten ihre Ziele durch direkte Aktionen wie Generalstreiks und Sabotage erreichen.
Der Syndikalismus stellt sich eine Gesellschaft ohne Staat vor, in dem die Produktion von einem Zusammenschluss sich selbstverwaltender Gewerkschaften und Verbände nichtindustrieller Arbeiter überwacht wird; produziert wird nicht des Profites wegen, sondern um die Bedürfnisse der Gemeinschaft zu befriedigen. Der Syndikalismus akzeptiert daher die marxistische Theorie des Klassenkampfes, der im kollektiven Eigentum von Waren und Produktionsmitteln gipfelt, während er die marxistische Idee der Diktatur des Proletariats ablehnt. Entsprechend akzeptiert der Syndikalismus die anarchistische Idee, der zufolge jede Art von Zentralregierung unerwünscht ist.
In Frankreich schlossen sich 1902 die beiden syndikalistischen Organisationen Confédération Générale du Travail (Allgemeine Arbeiterkonföderation) und die Fédération des Bourses du Travail (Bund der Arbeiterbörse) zusammen. Die Bewegung erzielte in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg die größte Wirkung. Während dieser Zeit hatte in England eine verwandte Bewegung, der Gildensozialismus, einigen Einfluss.
In den zwanziger Jahren wandten sich zahlreiche Syndikalisten dem Kommunismus oder der Sozialdemokratie zu, und die Bewegung verlor zunehmend an Schlagkraft. In Spanien allerdings zählte die Confederación Nacional de Trabajo (Nationale Konföderation der Arbeit) zeitweise immerhin bis zu eine Million Mitglieder. Die spanischen Syndikalisten wurden nach dem Sieg der Faschisten im Bürgerkrieg 1939 buchstäblich ausgelöscht.