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| 1. | Einleitung |
Kommunikation, Übermittlung und Empfangen von Gedanken, Informationen und Nachrichten. Ganz besonders in den letzten zwei Jahrzehnten sind der schnelle Informationsaustausch über große Entfernungen sowie der leichte Zugang zu Informationen zu markanten und bedeutsamen Merkmalen der menschlichen Gesellschaft geworden.
| 2. | Ursprünge |
Die Kommunikation zwischen zwei Menschen ist das natürliche Ergebnis der sich über Jahrhunderte entwickelten Formen der Verständigung. Gesten, die Entwicklung der Sprache und die Notwendigkeit, sich an gemeinsamen Handlungen zu beteiligen, spielten in diesem Zusammenhang eine wesentliche Rolle.
| 1. | Kommunikation zwischen Tieren |
Charles Darwin wies auf die Bedeutung von Kommunikation und Ausdrucksvermögen für das biologische Überleben hin. In jüngsten Studien wurde die Bandbreite tierischer Kommunikation untersucht. Wenn z. B. Bienen eine Nektarquelle entdecken, verraten sie bei ihrer Rückkehr zum Bienenstock den anderen Bienen den Standort der Futterquelle. Mittels eines Tanzes teilen sie die Entfernung, Richtung und die Menge mit. Gesänge und Rufe von Vögeln dienen z. B. der Werbung um Paarungspartner, dem Kennzeichnen von Revieren oder der Warnung vor Räubern. Untersuchungen des Verhaltens von Walen und Delphinen zeigten, dass diese Tiere über verhältnismäßig komplizierte Lautsignale verfügen und sich unter Wasser über weite Entfernungen hinweg verständigen können. Siehe Verhaltensforschung.
| 2. | Sprache |
Über den Ursprung der Sprache herrscht weitestgehend Uneinigkeit. Einige Worte könnten aus natürlichen Lauten entstanden sein. Andere haben möglicherweise ihren Ursprung in der Äußerung von Gefühlen, z. B. Lachen oder Weinen. Für manche Theoretiker ist Sprache die natürliche Folge von Gruppenaktivitäten, z. B. der gemeinsamen Arbeit oder des Tanzes. Eine andere Theorie geht davon aus, dass sich die Sprache aus Grundlauten, die mit Gesten begleitet wurden, entwickelte.
Heutzutage werden in der Welt um die 3 000 Sprachen und Dialekte von Bedeutung gesprochen. Die meisten davon sind in Sprachfamilien eingeteilt. Während sich einige Sprachen entwickeln, verlieren andere an Bedeutung und sterben aus. In den Veränderungen der Sprache spiegeln sich Klasse, Geschlecht, Beruf, Altersgruppe und andere soziale Faktoren wider. Zu den sozialen Faktoren gehören z. B. die Auswirkungen der modernen Technologie auf das alltägliche Leben.
| 3. | Symbole und Alphabete |
Völker in früheren Zeiten suchten nach Mitteln, die Sprache aufzuzeichnen. Um Nachrichten zu übermitteln, zeichneten oder meißelten sie diese an Höhlenwände. Zeichen und Symbole sollten Stammeszugehörigkeit oder Besitzstand kennzeichnen. Mit zunehmendem Wissen wurde die Schrift notwendig, um Informationen zu übermitteln. Die ersten Schriften waren piktographischer Natur. Symbole stellten Gegenstände dar. Bei der Keilschrift ritzte man mit einem Griffel keilförmige Zeichen in eine Kalkplatte. Später entwickelten die Menschen eine Keilschrift mit Begriffszeichenelementen. Das Symbol stellte nicht mehr nur den Gegenstand dar, sondern auch die Gedanken und Eigenschaften, die mit ihm verbunden waren.
Trotzdem übermittelte die Schrift nur die Bedeutung, nicht aber den Klang der Worte. Schließlich nahm man auch phonetische Elemente auf, d. h. Zeichen, die bestimmte Laute darstellen. Einen ähnlichen Werdegang gab es bei den ägyptischen Hieroglyphen. Dieses System entwickelte sich von Piktogrammen zu Begriffszeichen. Zwar gab es auch Zeichen für Konsonanten, aber eine Art Alphabet wie wir es kennen, entstand nicht aus den Hieroglyphen. Das europäische Alphabet basiert auf dem ältesten semitischen Alphabet, das im Nahen Osten seinen Ursprung hat. In diesem Alphabet spielte die Bildähnlichkeit der Zeichen eine Rolle. Durch die Phönizier kam es nach Griechenland, wo man ihm Vokallaute hinzufügte. Aus der griechischen Unzialschrift entstand das kyrillische Alphabet. Das lateinische Alphabet entwickelten die Römer.
| 3. | Die Verständigung über Entfernungen hinweg |
Um Handels- und andere Beziehungen zwischen den Nationen und Reichen zu pflegen, war die regelmäßige Verständigung über größere Entfernungen unerlässlich.
| 1. | Papier und Drucktechnik |
Die Ägypter entdeckten, dass aus den Streifen des Stammes der Papyruspflanze ein Schreibmaterial hergestellt werden konnte. Später wurde das Pergament entdeckt. Dazu präparierte man beide Seiten einer vorbehandelten Tierhaut. In der Zwischenzeit hatte man 105 n. Chr. in China die Methode der Papierherstellung entdeckt. Erst mehr als 1 000 Jahre später kam die Technik nach Europa, und das zu einer Zeit, als sich eine große Nachfrage nach Büchern entwickelte. Mitte des 15. Jahrhunderts verwendete Johannes Gutenberg erstmalig in Europa bewegliche Typen (siehe Gutenbergbibel). Diese Technik eröffnete der Verbreitung und Aneignung von Wissen neue Horizonte. Im 17. Jahrhundert erschienen in Europa die ersten Nachrichtenblätter, die man Corantos nannte. Zunächst erschienen in ihnen hauptsächlich Handelsnachrichten. Später wurden daraus die ersten Zeitungen und Zeitschriften, die die aktuellen Informationen einer breiten Öffentlichkeit nahe brachten.
Drucktechniken und -anwendungen entwickelten sich in den darauf folgenden Jahrhunderten sehr schnell. In diesem Zusammenhang machte sich besonders zu Beginn des 19. Jahrhunderts die zunehmende Nutzung und Anwendung der Dampfkraft bemerkbar (z. B. für Antriebspressen). Auch die etwas später gemachte Erfindung der Setzmaschine trieb diesen Prozess voran (siehe Schriftsatz). Die erste Setzmaschine (Linotype) meldete Ottmar Mergenthaler 1884 zum Patent an. Bei der Linotype werden ganze Zeilen gesetzt, während die Monotype von dem Amerikaner T. Landston (1896) die Buchstaben einzeln setzte. In den darauf folgenden Jahrzehnten kamen eine Reihe immer schnellerer und umfassenderer Drucktechniken hinzu.
| 2. | Postdienst |
Von den vielen Kommunikationssystemen der Antike war das Staffelsystem des Persischen Reiches das bemerkenswerteste. Reiter übergaben an Staffelstationen geschriebene Mitteilungen an frische Boten, die diese wiederum zu einer weiteren Station brachten. Ausgehend von diesem System entwickelten die Römer ihr eigenes Postensystem. Auch im Fernen Osten fanden ähnliche Systeme Verwendung.
Die Postdienste im Europa des Mittelalters waren großenteils in Privatbesitz. Zu dieser Zeit lag das Nachrichtenwesen über weite Teile Deutschlands und Mitteleuropas in der Hand der Familie Taxis (später Thurn und Taxis). 1490 eröffnete Franz von Taxis einen Postdienst zwischen Mechelen und Innsbruck. Private Post beförderte man frühestens ab 1517. Etwa im 17./18. Jahrhundert gab es keine privat betriebenen Systeme mehr. Nach dem Deutschen Krieg von 1866 übernahm Preußen die Postverwaltung. Die Familie Thurn und Taxis wurde entschädigt.
| 3. | Schnellere Kommunikation über weite Entfernungen |
Von ihren Anfängen an entfalteten sich die modernen Postsysteme parallel zur Entwicklung von Eisenbahn, Motorfahrzeugen, Flugzeugen und anderen Überbringern. In den letzten Jahren wurden die elektronischen Postdienste eingeführt. Über Jahrhunderte hinweg haben die Menschen jedoch nach Kommunikationsmitteln über weite Entfernungen gesucht, die schneller waren als herkömmliche Transportmöglichkeiten. Zu den frühen Mitteln gehörten Trommelzeichen, Feuer- und Rauchsignale. Auch Instrumente wie z. B. das Horn eines Widders zählten dazu. Mit der Zeit spielten Jagdhörner und Trommeln eine bedeutende Rolle beim Austausch militärischer Kommandos. Im Mittelalter wurden Haustauben zum Überbringen von Nachrichten benutzt. Ende des 18. Jahrhunderts begann der französische Wissenschaftler und Ingenieur Claude Chappe mit dem Bau eines Systems von Signalmaststationen. Mit Hilfe eines optischen Telegraphen konnte er eine Mitteilung innerhalb weniger Minuten über viele Kilometer senden. Einige dieser hohen Türme, ähnlich den späteren Eisenbahnsignalmasten, standen bis zu 32 Kilometer voneinander entfernt. In Großbritannien und in den Vereinigten Staaten baute man dieses System nach. Trotzdem blieben diese Signalmastsysteme langsam, da jedes Signal an jeder Station wiederholt werden musste, um die Genauigkeit der Übertragung zu prüfen.
| 4. | Telegraph |
Als das moderne Verständnis für das Phänomen Elektrizität im 18. Jahrhundert zu wachsen anfing, begannen Erfinder nach Wegen zu suchen, elektrische Signale für das schnelle Übertragen von Nachrichten über weite Entfernungen zu nutzen. Das erste funktionsfähige Telegraphensystem entstand jedoch erst im 19. Jahrhundert. Zwei solcher Erfindungen wurden 1837 zum Patent angemeldet: Die eine Erfindung in Großbritannien von Charles Wheatstone und William F. Cooke und die andere in Amerika von Samuel F. B. Morse. Morse entwickelte auch das Morsealphabet, einem Codesystem bestehend aus Punkten und Strichen. In den Jahrzehnten danach wurden verschiedene Verbesserungen vorgenommen. 1874 entwickelte z. B. Thomas Edison die Quadruplex-Telegraphie. Damit ließen sich zwei Mitteilungen gleichzeitig in zwei Richtungen übertragen. Fernschreiber, Telex und Faksimile-Übertragung sind moderne Varianten der Telegraphie.
| 5. | Telefon |
Obwohl die Telegraphie einen großen Fortschritt bei der schnellen Kommunikation über weite Entfernungen darstellte, konnten die ersten Telegraphensysteme Nachrichten nur Buchstabe für Buchstabe übermitteln. Deshalb war man auf der Suche nach einem Mittel zur sprachlichen Kommunikation mit Hilfe der Elektrizität. Die ersten Geräte etwa Mitte des 19. Jahrhunderts konnten zwar Klangschwingungen übertragen, aber bei der menschlichen Sprache versagten diese Apparate. 1861 baute der Physiker Johann Philipp Reis das erste Gerät zur Übertragung von Tönen mit Hilfe von elektromagnetischen Wellen. Der amerikanische Erfinder Alexander Graham Bell entwickelte die Erfindung von Reis weiter. Bell meldete 1876 das erste elektrische Telefon an. Zur gleichen Zeit war Edison dabei einen Weg zur Aufzeichnung und Wiedergabe von Schallwellen zu finden. Damit bahnte er den Weg für die Erfindung des Plattenspielers.
| 6. | Funk |
Die ersten Telegraphen- und Telefonsysteme benötigten das physikalische Medium Kabel, um Nachrichten zu übertragen, aber wissenschaftliche Entwicklungen wiesen auf andere Möglichkeiten hin. Die Theorie der elektromagnetischen Natur des Lichtes wurde vom britischen Physiker James Clerk Maxwell in seiner 1873 erschienenen Schrift Treatise on Electricity and Magnetism (Abhandlung zur Elektrizität und Magnetismus) weiter vorangetrieben. Die Theorien Maxwells wurden von dem Physiker Heinrich Rudolf Hertz bestätigt. 1887 entdeckte Hertz elektromagnetische Wellen und schuf damit die physikalische Voraussetzung für die Funktechnik.
Während des darauf folgenden Jahrzehnts experimentierte man viel an der drahtlosen Sendung von Signalen. 1896 führte der italienische Erfinder und Nachrichtentechniker Guglielmo Marconi Funkversuche am Bristol-Kanal (England) durch. Mit seiner Anlage konnte er bereits Signale über mehrere Kilometer übertragen. 1901 gelang ihm die drahtlose Übertragung von Signalen über den Atlantischen Ozean. Mit der Überbrückung des Atlantiks zwischen Cornwall und Neufundland bewies Marconi, dass ein weltumspannender Funkverkehr möglich ist. Weitere Entdeckungen trieben die Entwicklungen auf diesem Gebiet voran. Die Röhrendiode wurde vom britischen Physiker John Ambrose Fleming 1904 erfunden. Ein paar Jahre später nahm der amerikanische Erfinder Lee De Forest eine nützliche Verbesserung vor. Er erfand die Röhrentriode, die die Grundlage für viele elektronische Geräte bildete. Die erste Rundfunkübertragung fand 1906 in den Vereinigten Staaten statt. Die erste Opernübertragung, vom Metropolitan Opera House in New York, wurde 1910 von De Forest realisiert. 1920 nahm der erste regelmäßig tätige Radiosender in Pennsylvania seinen Betrieb auf. Im gleichen Jahr sendete die Hauptfunkstelle Königs Wusterhausen (bei Berlin) ein Instrumentalkonzert. Die offizielle Eröffnung des Reichstages 1923 übertrug ein Mittelwellensender im Berliner Voxhaus. Auch die British Broadcasting Corporation (BBC) in Großbritannien ging in dem Jahr auf Sendung. Ende 1924 arbeiteten in Deutschland 15 Radiosender. In Österreich und der Schweiz wurde der Radiobetrieb ebenfalls 1924 aufgenommen. Bereits 1925 gab es auf der ganzem Welt 600 Rundfunkstationen.
| 7. | Bildkommunikation |
Frühe Manuskripte wurden mit kompliziert gezeichneten Bildern illustriert. Im späten 15. Jahrhundert kamen Holzschnitte zur Illustration gedruckter Bücher in Gebrauch. Ende des18. Jahrhunderts wurde die Lithographie erfunden. Sie ermöglichte die Reproduktion von Kunstwerken in großen Stückzahlen. 1826 stellte der französische Physiker Joseph Nicéphore Niépce die erste Photographie der Welt her. Dazu belichtete er über einen Zeitraum von acht Stunden lichtempfindliche Platten. Aufbauend auf Niépces Werk entdeckte der französische Maler und Erfinder Louis Jacques Mandé Daguerre einen chemischen Prozess, der eine erheblich kürzere Belichtungszeit zuließ. Die so hergestellten Photographien, bezeichnete man ihm zu Ehren als Daguerrotyp.
Mit Fortschreiten des 19. Jahrhunderts wurden verschiedene Methoden ersonnen, Bildern und Photographien den Anschein der Bewegung zu verleihen. 1890 baute der amerikanische Erfinder Thomas Alva Edison eine Aufnahmekamera, mit der erstmals sich bewegende Bilder aufgenommen werden konnten. Diese Maschine gilt als Urform aller heutiger Filmkameras. Die von ihm eingeführte Filmbreite von 35 Millimetern ist auch heute noch gebräuchlich. 1894 sah der französische Industrielle Antoine Lumière auf einer Veranstaltung in Paris ein Kinetoskop von Edison. Aus Gesprächen mit Betreibern erhielt er die Information, dass man mit bewegten Bildern einen großen Gewinn erzielen könnte, wenn man sie an eine Wand projizierte und dadurch einem größeren Publikum vorführen würde. In einem Kinetoskop konnten die Bilder jeweils von nur einer Person betrachtet werden. Lumière erörterte das Problem mit seinen Söhnen. 1895 zeigten und patentierten die Brüder Louis Jean Lumière und Auguste Marie Lumière ihren Kinematographen. Mit ihrer Maschine erzielten sie den entscheidenden Durchbruch in der Aufnahme und Wiedergabe bewegter Bilder. Sie schufen das erste Filmtheater der Welt. Ende der zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts wurde den Filmen der Ton hinzugefügt.
| 8. | Fernsehen |
Das System der Übertragung beweglicher Bilder hat viele Wurzeln. Eine davon ist die Erfindung eines mechanischen Bildfeldzerlegers von Paul Gottlieb Nipkow 1884 (Nipkow-Scheibe). 1906 nutzte Max Dieckmann erstmals die Braun’sche Röhre als Bildschreiber. Er war damit in der Lage, zwanzigzeilige Schattenbilder zu erzeugen. Probleme bereitete die Leistungsfähigkeit. Diese wurden durch den Röhrenverstärker (1919) des ungarischen Technikers Dénes von Mihály gelöst. Mit Hilfe eines oszillographischen Bildzerlegers gelang es von Mihály am 7. Juli 1919 in Budapest, bewegliche Schattenbilder über eine fünf Kilometer lange Leitung zu übertragen. Ein anderer Meilenstein bei der Entwicklung des Fernsehens war 1923 die Erfindung des Ionoskops zur Übertragung und die Bildröhre zum Empfang von Bildern über eine bestimmte Entfernung durch den amerikanischen Elektronikingenieur russischer Herkunft Wladimir Kosma Zworykin. 1926 verwendete John Logie Baird dieses System, um die erste elektrische Übertragung beweglicher Bilder zu demonstrieren. Dadurch wurden weitere Entwicklungen in Deutschland, in Großbritannien und den Vereinigten Staaten angeregt. Mit der Vorstellung des Systems Karolus und des Systems Mihály auf der Berliner Funkausstellung 1928 wurde das Fernsehen in Deutschland erstmals der Allgemeinheit vorgeführt. Anstelle der mechanischen Einrichtungen zur Bildfeldzerlegung setzte 1930 der Hamburger Physiker Max von Ardenne die von ihm entwickelten Elektronenstrahlröhren ein. Damit konnte er das erste vollelektronische Fernsehbild erzeugen. Das Funktionsprinzip seines Leuchtfleckabtasters wird noch heute in der Elektrotechnik angewandt. In Großbritannien begann die BBC 1929 unter Anwendung des Systems von Baird mit den ersten Fernsehübertragungen. 1937 startete der erste hochqualitative öffentliche Fernsehsender der Welt seine Sendetätigkeit.
Am Ende des 2. Weltkrieges fand das Fernsehen das öffentliche Interesse in den Vereinigten Staaten. Die Zahl der Fernsehstationen stieg von sechs im Jahr 1946 auf 1 362 im Jahr 1988. Ende der achtziger Jahre war das Fernsehen in Großbritannien die beliebteste Freizeitbeschäftigung, wobei 94 Prozent der Haushalte einen Fernseher besaßen. 98 Prozent aller amerikanischen Haushalte haben mindestens ein Fernsehgerät.
Das Fernsehen hat sich weltweit ausgebreitet. Der Kommunikationssatellit macht die Übertragung von Fernsehprogrammen zwischen den Kontinenten möglich. Veranstaltungen können in den meisten Teilen der Welt zu dem Zeitpunkt gezeigt werden, zu dem sie auch stattfinden. Interne Computernetze werden z. B. von Banken genutzt, um Schecks zu prüfen, von Fluggesellschaften, um Fluginformationen zu veranschaulichen, oder von Ärzten, die die bei Operationen angewandten Techniken studieren wollen. Des Weiteren hat die Entwicklung der Videoaufzeichnung die Möglichkeiten zur Speicherung, Einholung und Übertragung von Informationen tief greifend beeinflusst.
| 9. | Computer |
Zu den einschneidendsten Veränderungen hinsichtlich der Leistungsfähigkeit der Kommunikation (Datenkommunikation) kam es auf dem Gebiet der Computertechnologie. Seit der Entwicklung der ersten modernen elektronischen digitalen Computer in den vierziger Jahren hat die Umstellung auf die Computertechnik in den hoch entwickelten Staaten nahezu jeden Bereich des gesellschaftlichen Lebens erfasst. In vielen Varianten stehen Computer in der Industrie, in Geschäften, Krankenhäusern, Schulen, Transportnetzen und Einzelhaushalten zur Nutzung bereit. Computernetze und Zusatzgeräte bieten vielen Menschen, die einen Personal Computer nutzen, ein Mittel zu schnellen Übertragung einer großen Auswahl von Daten. Mit Computersystemen kann man eine Vielzahl von Informationsdatenbanken nutzen. Über Telefonleitungen erhalten private Nutzer von Personal Computern Zugang zu diesen Informationen, die auf Computerbildschirmen oder entsprechend angepassten Fernsehgeräten angezeigt werden können.
| 10. | Lasertechnologie |
Der Laser ist ebenfalls von großer potentieller Bedeutung für die Zukunft der Kommunikation. Modulierte Strahlen eines Laserlichtes können eine viel größere Zahl von Mitteilungen als gewöhnliche Telefonsysteme übertragen. Es gibt bereits funktionierende Prototypen von Laserkommunikationsnetzen. Außerdem sind Laserstrahlen für den Einsatz im Weltraum für Satellitenkommunikationssysteme sehr gut geeignet.
| 11. | Kommunikation und Bildung |
Filme zu verschiedenen Themen und andere Formen der audiovisuellen Bildung können ein wesentliches Element des Schulunterrichts sein. In den entwickelten Industrienationen werden in den Schulen audiovisuelle Elemente eingesetzt. Dazu gehören Bilder, Plakate, Tabellen, Modelle, Attrappen, Lichtbilder, Filmausschnitte und Videos. Beim Erlernen von Sprachen werden weit verbreitet Tonbandgeräte und auch andere Tonwiedergabesysteme verwendet.
Das Bildungsfernsehen hat in großem Maße den Zugang zur Bildung erweitert, u. a. mittels solcher Einrichtungen wie der Fernsehuniversität in Großbritannien oder der Schule im Funk in Australien. Schulen werden in zunehmendem Maße mit dem Internet verbunden. Die Auswertung von Satellitendaten und der Einsatz der CD-ROM-Technologie werden Bestandteil der Lehrpläne. Ein schnelles Fortschreiten der Computertechnologie wird höchstwahrscheinlich tief greifende Auswirkungen auf die Bildung haben.
| 12. | Kommunikation und Kulturaustausch |
Historisch gesehen sind die Kommunikationsmittel mit der sich verstärkenden Fähigkeit der Menschen, ihre Welt zu gestalten, und mit ihrer zunehmenden Abhängigkeit voneinander, gewachsen. Mit den revolutionären Entwicklungen in der Telekommunikation und in der Datenkommunikation wandelt sich die Welt in ein „weltumspannendes Dorf”. Moderne Kommunikationsmittel üben einen großen Einfluss auf die Meinungsbildung aus. Eine der wesentlichsten Gefahren, die von den Menschen ausgehen, ist ihr Missbrauch und die Manipulation der Medienbenutzer.