Gnostizismus
Klicken Sie im Menü Datei auf Drucken, um die Informationen zu drucken.
Gnostizismus
3. Mythologie

Die Gnostiker erklärten den Ursprung des stofflichen Universums mit Hilfe eines Mythos. Aus dem nicht erkennbaren Gott sei durch Emanation eine Vielzahl untergeordneter Gottheiten hervorgegangen. Die letzte dieser Gottheiten, Sophia (Weisheit), habe ein Verlangen verspürt, das nicht erkennbare höchste Wesen zu erkennen. Aus diesem Verlangen sei ein böser Gott entstanden, der Demiurg, der das Universum geschaffen habe. Die göttlichen Funken seien in dieses Universum hineingefallen oder von dem obersten Gott dorthin entsandt worden, um die Menschheit zu erlösen. Die Gnostiker setzten diesen bösen Gott mit dem Gott des Alten Testaments gleich, der die Menschen im Zustand der Unwissenheit und in der stofflichen Welt belasse und ihre Versuche bestrafe, Wissen und Einsicht zu erlangen. Diese Deutung entnahmen sie der Vertreibung Adams und Evas aus dem Paradies, den Erzählungen von der Sintflut und der Zerstörung von Sodom und Gomorrha.