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Yokohama
1. Einleitung

Yokohama, Hafenstadt in Japan und Hauptstadt der Präfektur Kanagawa, an der Ostküste der Insel Honshu, südlich von Tokyo gelegen, mit dem es einen industriellen Ballungsraum bildet.

2. Wirtschaft

Die nach der Landeshauptstadt Tokyo zweitgrößte Stadt Japans verfügt über modernste Hafenanlagen und ist eine der bedeutendsten Hafenstädte Japans. Für Schiffsreisende ist Yokohama das Tor nach Japan. Die Stadt ist ein überregional wichtiger Industriestandort. Zu den herausragenden Wirtschaftszweigen gehören neben Reparatur und Wartung von Schiffen auch die Verarbeitung von Erdöl sowie die Herstellung von chemischen und pharmazeutischen Erzeugnissen, Maschinen, Automobilen und Nahrungsmitteln. Auch das Druckgewerbe ist von großer Bedeutung. Viele größere Produktionsbetriebe befinden sich im Hafengebiet, das von der 1989 vollendeten Yokohama Bay Bridge, einer Hängebrücke mit einer Weite von 460 Metern, überspannt wird.

Mit Tokyos Großflughafen Narita bestehen regelmäßige Busverbindungen. In Yokohama hält der Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen. Ein großer Teil des öffentlichen Nahverkehrs wird über die U-Bahn abgewickelt; die erste U-Bahn-Linie ging 1968 in Betrieb.

3. Stadtbild und Kultur

Das Stadtbild wird vom Yokohama Landmark Tower geprägt. Das 1993 fertig gestellte Gebäude ist mit 296 Metern das höchste in Japan. Eine der herausragenden Sehenswürdigkeiten der Stadt ist der 1870 errichtete Iseyama-Schrein, der dem Schutzgott der Stadt geweiht ist. Der circa 20 Hektar große Park Sankei-en im Südosten der Stadt umfasst eine Reihe historischer Bauwerke, wie etwa eine dreistöckige Pagode aus dem 15. Jahrhundert, eine 1649 erbaute Villa der Tokugawa, einen Bauernhof aus dem 18. Jahrhundert sowie verschiedene Teepavillons. Zu den besonderen Attraktionen Yokohamas gehört auch die Chinatown mit einer Vielzahl von Geschäften und Restaurants.

Yokohama ist Sitz mehrerer Hochschulen, darunter der Yokohama National University (1949) und der Yokohama City University (ebenfalls 1949). Zu den ältesten kulturellen Einrichtungen gehört die 1275 gegründete Kanagawa-Bibliothek. Die Stadt beherbergt einige landesweit bedeutende Museen: Das Archäologische Museum bewahrt zahlreiche Funde aus der Umgebung. Das Seidenmuseum dokumentiert die Herstellung und Verarbeitung von Seide und präsentiert eine Vielzahl von Seidenkleidern. Im Präfekturmuseum sind naturwissenschaftliche und historische Sammlungen untergebracht. Weitere bekannte Museen sind das Meeresmuseum und das den japanischen Schreinfesten gewidmete Matsuri-Museum. Im Hafen vor Anker liegt ein Museumsschiff, das auch ein Aquarium enthält.

4. Geschichte

Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts war Yokohama ein kleines Fischerdorf mit etwa 350 Einwohnern. Nachdem 1859 der Hafen als Zentrum für den Auslandshandel eröffnet worden war (siehe Japan: Imperialistische Zwangsöffnung), entwickelte sich die Stadt zu einem zentralen Umschlagplatz für den internationalen Handel. Die erste Eisenbahn Japans verkehrte ab 1872 zwischen Yokohama und Tokyo. Um die Wende zum 20. Jahrhundert war die Einwohnerzahl auf etwa 100 000 gestiegen. 1923 wurde Yokohama bei einem Erdbeben fast völlig zerstört. In der Folgezeit wurde es schrittweise wieder aufgebaut und erweitert; 1942 überstieg die Einwohnerzahl die Millionengrenze. 1945, gegen Ende des 2. Weltkrieges, erlitt die Stadt bei Bombenangriffen schwere Schäden.

Nach dem Krieg entwickelte sich Yokohama vor allem durch den systematischen Ausbau des Hafens zu einer der modernsten Metropolen in Japan. Es wurden wiederholt Maßnahmen zur Landgewinnung durchgeführt, um Raum für die Ansiedlung moderner Produktionsbetriebe zu gewinnen.

Die Einwohnerzahl beträgt etwa 3,56 Millionen (2007).