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| 5. | Strömungen |
Die wesentlichen Antriebskräfte der Meeresströmungen sind die Erdrotation, die Windreibung auf der Wasseroberfläche und die Unterschiede in der Dichte des Ozeanwassers, die durch unterschiedliche Temperaturen und Salzgehalte bedingt sind. Das Zusammenspiel von Winden und Strömungen hat starke Auswirkungen auf das Klima; diese komplexen Zusammenhänge werden untersucht, um längerfristige Wettervorhersagen treffen zu können und die Schifffahrt sicherer zu machen.
Die Oberflächenströmungen des Nordpazifiks bestehen aus zwei Hauptwirbeln oder -kreisläufen. Im hohen Norden dreht sich der subarktische Wirbel, zu dem der westwärts fließende Alaskawirbel und der ostwärts fließende Subarktisstrom gehören; beide drehen sich entgegen dem Uhrzeigersinn. Der Hauptbereich des Nordpazifiks wird jedoch vom gewaltigen Nordwirbel beherrscht, der im Uhrzeigersinn kreist. Zu diesem riesigen Wirbel gehören der westwärts fließende Nordäquatorialstrom, der Nordpazifische Strom, der ostwärts strömt, der Kalifornische Strom, der in südöstlicher Richtung fließt, und der Kuroshio, der an der Küste Japans entlang nach Norden strömt. Der Kalifornische Strom ist kalt, breit und bewegt sich langsam; der Kuroshio dagegen ist warm, schmal und schnell fließend, worin er dem Golfstrom ähnelt. Nahe am Äquator, etwa auf fünf Grad nördlicher Breite, trennt der ostwärts fließende Äquatoriale Gegenstrom die Strömungssysteme des Nord- und Südpazifiks, schickt aber den Großteil seiner Wassermassen in den Nordäquatorialstrom.
Der Südpazifik wird vom sich gegen den Uhrzeigersinn drehenden, zentralen Südwirbel beherrscht. Er umfasst im Wesentlichen den Südäquatorialstrom, der nach Osten und Süden strömt, und den Südpazifischen Strom, der nach Westen fließt. Im äußersten Süden befindet sich der Antarktische Zirkumpolarstrom, der ringförmig den ganzen südlichen Erdball umfließt und in dem die Wasser des Pazifischen, des Atlantischen und des Indischen Ozeans zusammenfließen. Der Antarktische Zirkumpolarstrom ist die wichtigste Quelle der Tiefenströmungen des Pazifiks. Von ihm aus fließt der breite, kalte Humboldt- oder Perustrom entlang der südamerikanischen Küste nach Norden und mündet schließlich im Südäquatorialstrom. Ein besonderes Phänomen im Pazifischen Ozean ist El Niño, eine Erscheinung mit klimatischen Auswirkungen von globaler Dimension. Seit einigen Jahren ist auch ein gegenläufiges Phänomen bekannt, das La Niña, genannt wird. Während El Niño den Temperaturkontrast zwischen West- und Ostpazifik weitgehend aufhebt, wird er durch La Niña verstärkt.