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Suharto

Suharto (1921-2008), indonesischer Offizier und Politiker, Staatspräsident von Indonesien (1967-1998).

Suharto wurde am 8. Juni 1921 in Kemusu auf Java geboren. Er durchlief eine militärische Ausbildung in der niederländischen Kolonialarmee. Nach der einseitigen Unabhängigkeitserklärung Indonesiens 1945 führte er eine Partisaneneinheit im Kampf gegen die Niederländer; nach der Anerkennung der Unabhängigkeit durch die Niederlande 1949 stieg er zum stellvertretenden Stabschef und 1962 zum Generalmajor auf, als der er den Oberbefehl über die Truppen zur Eingliederung Irian Jayas innehatte. 1965 schlug er einen angeblichen Putschversuch der indonesischen Kommunisten gegen Präsident Sukarno nieder; Tausende fanden dabei in einem von Suharto angeordneten Massaker den Tod. Als Sukarno nach dem Putsch nicht eindeutig Stellung bezog, übernahm nach und nach das Militär die Macht; Suharto wurde zunächst Verteidigungsminister, und nach Sukarnos Entmachtung übernahm er 1966 als Ministerpräsident offiziell die Regierung.

Im Februar 1967 wurde Suharto zum amtierenden Präsidenten ernannt, im März 1968 formell zum Präsidenten gewählt und in der Folge regelmäßig alle fünf Jahre im Amt bestätigt. Suharto verfolgte einen strikt antikommunistischen Kurs, der zum Teil in blutige Verfolgungen echter und vermeintlicher Kommunisten, Gewerkschafter und anderer Gegner seines Regimes ausartete. Man schätzt, dass mindestens 500 000 Menschen Suhartos „Säuberungen” zum Opfer fielen. Suharto errichtete ein autoritäres, durch das Militär gestütztes Regime, das sich zunehmend in Korruption und Vetternwirtschaft verstrickte und das auf immer schärfere Kritik im Inneren und auch im Ausland stieß, vor allem infolge der schweren Wirtschaftskrise in Indonesien 1997/98, die nicht zuletzt durch die regelrechte Ausplünderung des Staates durch den Suharto-Clan mitverursacht worden war: Mehr als 70 Milliarden US-Dollar soll sich die Familie während Suhartos Regierungszeit angeeignet haben. Suhartos Wiederwahl – eine Akklamation durch die handverlesene, alle fünf Jahre tagende so genannte Konsultative Volksversammlung – für eine siebte Amtsperiode im März 1998 war begleitet von Massenprotesten vor allem gegen das Regime Suhartos, aber auch gegen die rapide steigende Inflation und die von der Regierung angeordneten eklatanten Preiserhöhungen im Land.

Im Mai 1998 eskalierten die anhaltenden Proteste zu einer Plünderungswelle in den großen Städten, vor allem in der Hauptstadt Jakarta; etwa 500 Menschen kamen dabei ums Leben. Suharto nahm daraufhin die Preiserhöhungen zum Teil wieder zurück, was die Lage etwas entspannte, und kündigte seinen Rücktritt und Neuwahlen an, allerdings ohne sich auf einen Termin festzulegen. Zunehmend auch aus den eigenen Reihen unter Druck gesetzt, erklärte Suharto schließlich am 21. Mai 1998 seinen Amtsverzicht; als sein Nachfolger im Amt des Staatspräsidenten wurde noch am selben Tag sein enger Vertrauter und bisheriger Vizepräsident Bacharuddin Jusuf Habibie vereidigt.

Unmittelbar nach seinem Rücktritt leitete ein neu ernannter Generalstaatsanwalt ein Untersuchungsverfahren zu Korruptionsvorwürfen gegen Suharto ein; Suharto soll während seiner über 30-jährigen Herrschaft durch Korruption ein Vermögen erworben haben. Im Juli 1998 verlor Suharto durch Beschluss eines Sonderparteitages auch sein einflussreiches Amt in der regierenden Golkar-Partei. Im Oktober 1999 wurde das Verfahren gegen Suharto eingestellt – vordergründig wegen seines schlechten Gesundheitszustandes. Anfang November wurde das Verfahren auf Betreiben der neuen Regierung unter Abdurrahman Wahid wieder aufgenommen. Im August 2000 erging formelle Anklage gegen Suharto wegen Machtmissbrauchs und Korruption; bereits Ende September wurde auch dieses Verfahren nach zweimaliger Vertagung – der Angeklagte war nicht vor Gericht erschienen – wieder eingestellt, erneut aus medizinischen Gründen. Die Nachricht von der Einstellung des Verfahrens löste in Indonesien heftige Proteste aus, die teilweise in blutigen Ausschreitungen eskalierten. Suharto starb am 27. Januar 2008 in Jakarta.