Polymere
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Polymere
1. Einleitung

Polymere (griechisch polys: viel; meros: Anteil), natürliche oder synthetische Verbindungen, deren Moleküle aus einer Vielzahl kleiner Moleküle, den Monomeren, in unterschiedlicher Art und Weise zusammengebaut sind.

Die molaren Massen dieser Makromoleküle liegen über 10 000 Gramm pro Mol. Unter dem Polymerisationsgrad versteht man die Anzahl der Monomere im Makromolekül eines Polymers. Synthetisch lassen sich Polymere durch Polymerisation, Polykondensation oder durch Polyaddition herstellen.

Beispiele für natürliche Polymere sind u. a. Holz, Naturkautschuk und natürliche Harze. Synthetische Polymere sind beispielsweise Kunststoffe, Kunstfasern (siehe Nylon; Reyon) oder bestimmte Klebstoffe.

Polymere finden in der Technik und im alltäglichen Leben vielfältige Anwendungen. Eine besondere Form stellen die so genannten leitfähigen Polymere. Dabei handelt es sich um synthetische Verbindungen, die den elektrischen Strom quasi wie ein Metall leiten (siehe Leiter; Halbleiter; Bändermodell). Bis vor kurzem gelang die Herstellung derartiger Verbindungen nur durch die Vermischung aus Polymerkomponenten mit anorganischen Bestandteilen. Polymere ohne Zusatz leitfähiger anorganischer Komponenten bezeichnet man als intrinsisch leitfähige Polymere (Abkürzung ICP). Ein großtechnisch verfügbares Beispiel ist das so genannte Polyphenylenamin, das in Fachkreisen auch „organisches Metall” genannt wird. Die metallische Leitfähigkeit von Polyphenylenamin ist temperaturabhängig. Ein möglicher Anwendungsbereich für dieses leitfähige Polymer ist beispielsweise der Korrosionsschutz.

Die Herstellung des ersten rein organischen Polymers mit supraleitenden Eigenschaften gelang im Frühjahr 2001 einem Forscherteam der Bell Laboratories. Das schwefelhaltige Poly-3-hexylthiophen wird bei Temperaturen unterhalb 2,35 Kelvin (unter -270 °C) supraleitend.

Polymere können auch sensitiv für elektromagnetische Strahlung sein. In diesem Zusammenhang sind z. B. kürzlich entwickelte Polymere zu nennen, die UV-Strahlung in sichtbares Licht umwandeln.