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Dayak, auch Dajak, zusammenfassende Bezeichnung für die Bewohner im Inneren von Borneo, besonders für einige Ethnien in Sabah, Kalimantan und Sarawak.
Zu den Dayak zählen die Murut, Dusun, Iban, Kenya, Kayan, Ngaju und Maanyan; die Punan, im selben Gebiet lebende Sammler und Jäger, werden nicht zu den Dayak gerechnet. Die Dayak vermischten sich bereits vor langer Zeit mit Chinesen, Malaien und Negritos (siehe Pygmäen). Die Iban, die man auch als See-Dayak bezeichnet, waren vermutlich die letzten Dayak, die nach Borneo kamen: Als einzige Gruppe leben sie an der Küste. Ethnisch weisen die Dayak große Ähnlichkeiten mit den Malaien auf, die im 12. Jahrhundert nach Borneo kamen. Die Iban wurden von den Malaien islamisiert, behielten jedoch gleichzeitig einige Elemente ihrer traditionellen Religion bei. Es kam zu Mischehen. Auch beeinflusste die Sprache der Iban das Malaiische, das Lehnwörter ibanischen Ursprungs enthält.
Die anderen Dayak, vor allem die Kayan, haben weitgehend ihre Bräuche und ihre Religion bewahrt. Diese Religion ist polytheistisch (sie basiert auf mehreren Gottheiten) und verfügt über ein hierarchisches System von Göttern, deren Namen je nach Ethnie variieren. Früher waren die Dayak Kopfjäger. Bei der Kopfjagd war für den Täter weniger der erbeutete Kopf von Bedeutung, sondern vielmehr die Tötung eines Menschen; auch Frauen wurden Opfer. Ein weit verbreitetes Motiv für die Kopfjagd bestand in dem Glauben, der Getötete müsse seinem Mörder als Sklave ins Jenseits folgen. Erfolgreiche Kopfjäger standen hoch im Ansehen. Die Dayak verzierten die Schädel ihrer Opfer häufig mit Gravuren sowie hölzernen Ohren, Nasen und Augenscheiben. Die Iban gaben die Kopfjagd früher auf als andere Dayak, vermutlich, weil sie als Küstenbewohner schneller mit anderen Kulturen in Berührung kamen. Im 19. Jahrhundert wurde die Kopfjagd von den europäischen Kolonialmächten unterbunden.
Die Dayak stellen Stoffe und reich verzierte Eisenwaffen her (darunter Kopfjägerschwerter, die mandau). Zur Jagd benutzen sie Blasrohre. Die Dayak bewohnen in Pfahlbauweise errichtete Langhäuser, die Längen über 100 Meter erreichen können. Auch bauen sie Hängebrücken aus Bambus zum Überqueren der Flüsse. Sie ernähren sich vorwiegend von Reis, Wild, Fischen und gesammelten Früchten. Für den Verkauf nach China und Malaysia sammeln sie „Schwalbennester” (Nester von Salanganen, siehe Segler) und Teile von Rotangpalmen. Seit einiger Zeit ist der traditionelle Lebensstil der Dayak durch zunehmende Industrialisierung, durch Rodung der Wälder und durch Umsiedlungsmaßnahmen der Regierung gefährdet.