Chemische Elemente
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Chemische Elemente
4. Überschwere Elemente

Die künstlich hergestellten (schweren) Transurane und Transactinoide sind alle radioaktiv. Einige von ihnen zerfallen teilweise sehr schnell, haben also kurze Halbwertszeiten. Die überschweren Elemente 107 bis 112 sind in den Jahren von 1981 bis 1996 von Wissenschaftlern der Gesellschaft für Schwerionenforschung (abgekürzt: GSI) in Darmstadt erzeugt und nachgewiesen worden. Um die Namen der Elemente oberhalb der Ordnungszahl 103 hat es lange Zeit Streitigkeiten gegeben – z. B. für Element 104 um Kurtschatovium oder Rutherfordium. In vielen Fällen war die Frage, wer diese Elemente zuerst entdeckte, Auslöser für die Unstimmigkeiten. Im August 1997 legte die Kommission der IUPAC (International Union of Pure and Applied Chemistry) die internationalen Bezeichnungen für die Elemente 104 bis 109 endgültig fest: Demzufolge wird Element 104 Rutherfordium (abgekürzt: Rf), Element 105 Dubnium (abgekürzt: Db), Element 106 Seaborgium (abgekürzt: Sg), Element 107 Bohrium (abgekürzt: Bh), Element 108 Hassium (abgekürzt: Hs) und Element 109 Meitnerium (abgekürzt: Mt) genannt. Die Kommission empfahl des Weiteren für Element 101 den Namen Mendelevium (abgekürzt: Md) und für Element 102 den Namen Nobelium (abgekürzt: No). Bei den Elementen 110 (bis August 2003 Ununnilium), 111 (bis November 2004 Unununium) und 112 (Ununbium) gab man der Darmstädter Gruppe der GSI das Vorrecht, die Namen auszuwählen. Das Element 110 trägt seit dem 23. August 2003 den Namen Darmstadtium (chemisches Symbol Ds), und das Element 111 heißt seit dem 1. November 2004 Roentgenium (chemisches Symbol Rg).

Das Element 114 (Ununquadium) wurde 1999 von einem internationalen Team um Alexander Jeremin vom russischen Forschungszentrum Dubna entdeckt. Jeremins Gruppe konnte das Element mit einer Halbwertszeit von fünf Sekunden durch Beschuss von Plutoniumatomen mit Calciumionen erhalten. Die Elemente 113 und 115 (Ununtrium und Ununpentium) wurden im Sommer 2003 von einem russisch-amerikanischen Team bei Experimenten im Forschungszentrum Dubna entdeckt. Dem Team gelang es, Ununpentium durch Beschuss von Americiumatomen mit Calciumionen zu erzeugen. Das Ununpentium zerfiel in Sekundenbruchteilen zu Ununtrium. Die Transactinoide Ununhexium und Ununoctium wurden 2000 bzw. 2006 entdeckt. Dagegen konnten die Elemente 117 sowie 119 bis 121 bislang nicht nachgewiesen werden.