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| 3. | Gewinnung von Gewürzen heute |
Heute sind fast alle Kräuter und Gewürze leicht zu erwerben – nicht nur wegen der Entwicklung in Handel und Schifffahrt, sondern auch, weil viele der einst seltenen orientalischen Gewürze inzwischen auch in anderen Teilen der Welt angebaut werden. Auch tropische Gewürzpflanzen wie der Gewürznelkenbaum, der Ingwer (siehe Ingwergewächse) oder der Muskatnussbaum (siehe Muskatnussgewächse), die ursprünglich nur in wenigen Gebieten wie etwa den Molukken oder in China vorkamen, werden heute weltweit in vielen tropischen Ländern angebaut und sind daher leicht erhältlich.
Oregano (siehe Dost), Thymian und andere Kräuter werden heute in großen Mengen zur Weiterverarbeitung und Verteilung nach London und New York, den größten Gewürzzentren, geliefert. Es gibt allerdings immer noch einige seltene Gewürze, die nur unter erheblichem Aufwand hergestellt werden können, beispielsweise der Safran, das teuerste Gewürz, und die Vanille. Safran, der Gerichten aus dem Mittelmeerraum und dem Orient ihre Farbe gibt, stammt aus den von Hand gezupften Narben einer Krokus-Art aus dem östlichen Mittelmeergebiet. Vanille stammt von einer Orchidee, die handbestäubt werden muss und deren Schoten auf besondere Weise getrocknet werden müssen, bevor die Samen ihr Aroma abgeben. Neuerdings kann man durch Hydrolyse von Holz eine sehr viel preiswertere Vanille herstellen.