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| 2. | Untersuchungen größerer Materialmengen |
Obwohl man die Bewegung großer Massen an Feststoffen oder Flüssigkeiten auf viele verschiedene Arten untersuchen kann (beispielsweise auch durch visuelle Verfolgung von bestimmten Farbstoffen), bietet der Einsatz radioaktiver Tracer bei großen Materialmengen entscheidende Vorteile: schnellere Durchführung, Zuverlässigkeit und Bequemlichkeit. Mit radioaktiven Tracern kann man beispielsweise die Grenze zwischen verschiedenen Ölsorten in einer Ölpipeline markieren: Man spritzt einer Ölsorte in einer Pipeline radioaktives Material hinzu und erhält so einen radioaktiv markierten Abschnitt. Diesen Abschnitt registrieren Strahlungsdetektoren in der Pipeline, sobald die markierte Grenzfläche einen ausgewählten Punkt passiert. Der Messabschnitt liegt zweckmäßigerweise kurz vor der Stelle, wo die beiden Ölsorten zusammentreffen. Die Detektoren aktivieren dann Regelventile, wodurch die beiden verschiedenen Ölsorten zu unterschiedlichen Abflüssen weitergeleitet werden.
In der Motorenöl erzeugenden Industrie werden Tracer eingesetzt, um Verschleißerscheinungen im mikroskopischen Bereich aufzuspüren. Bei einem Öl, das über längere Zeit in einem Testmotor gewesen ist, lässt sich die Schmierqualität bewerten, indem man die Verschleißerscheinungen an Kolbenringen und Zylinderwänden sowie die im Öl befindliche Stahlmenge ermittelt. Allerdings sind derartige Experimente relativ zeitaufwendig und als Routinemethode umständlich zu handhaben. Nach dem Tracerverfahren werden die Kolbenringe beispielsweise in einem Kernreaktor mit Neutronen bestrahlt und auf diese Weise radioaktiv (siehe Kernenergie). Nach relativ kurzer Betriebsdauer des Motors kann das vom Kolbenring abgetragene radioaktive Material im Öl und an den Zylinderwänden nachgewiesen werden. Die Menge dieses Materials wird dann zur Bewertung der Ölqualität herangezogen.