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| 2. | Anatomie des Magens |
Beim Menschen liegt der Magen in der oberen Hälfte der Bauchhöhle (siehe Abdomen), und zwar zum größten Teil links von der Mitte. Das große, gewölbte Ende des Magens, Magengewölbe oder Fundus genannt, befindet sich in der linken Kuppel des Zwerchfells; oben am rechten Magenrand (Curvatura minor) kurz oberhalb des Magengewölbes mündet die Speiseröhre. Den Bereich unter dem Fundus nennt man Magenkorpus. Der untere Teil ist nach unten und nach rechts vorn gebogen und umfasst das Antrum und den Magenpförtner (Pylorus), der in den Zwölffingerdarm (Duodenum), den obersten Teil des Dünndarms, mündet.
An Geweben findet man am Magen eine äußere Faserhülle, die sich vom Bauchfell ableitet. Darunter liegt eine Schicht aus glatter Muskulatur (siehe Muskel), deren Fasern in mehreren Lagen diagonal, längs und ringförmig angeordnet sind. An der Verbindungsstelle von Speiseröhre und Magen sind die Ringmuskeln deutlich verstärkt und bilden die Speiseröhrenmündung (Kardia). Dieser Muskel sorgt dafür, dass der Speiseröhreninhalt in den Magen gelangt und dort bleibt. Ein ähnlicher Muskel, der Magenpförtner, liegt am Übergang vom Magen zum Zwölffingerdarm. Eine weitere Lage der Magenwand, die Submukosa, besteht aus lockerem Bindegewebe mit vielen Blut- und Lymphgefäßen (siehe Kreislaufsystem) sowie mit Nerven des autonomen Nervensystems. Die innerste Schicht, Mukosa genannt, enthält Drüsenzellen. Die Zellen eines Typs produzieren Salzsäure, die nicht nur die basischen Eigenschaften des Speichels neutralisiert, sondern den Mageninhalt eindeutig sauer reagieren lässt und die Verdauungssäfte des Magens aktiviert. Diese Säfte werden von Zellen eines anderen Typs ausgeschieden. Im Magensaft finden sich folgende Enzyme: Pepsin, das Proteine zu Peptonen spaltet; Rennin (siehe Lab), das die Milch gerinnen lässt; und Lipasen, die Fette zu Fettsäuren und Glycerin spalten. Die Zellen eines dritten Typs produzieren Schleim, der den Magen vor seinen eigenen Produkten und damit vor der Selbstverdauung schützt. Eigentlich könnten die Magensäfte auch den Schleim und den Magen selbst verdauen. Unter normalen Bedingungen wird die Schleimschicht aber schneller erneuert als abgebaut.