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Bis ins 15. Jahrhundert hinein richteten viele italienische Universitäten Lehrstühle für das Studium der Divina Commedia ein: Beweis dafür, dass schon den Zeitgenossen ein Zugang zum Werk nur vermittels einer Kommentierung möglich war. In den Jahrhunderten nach der Erfindung des Buchdrucks wurden annähernd 400 italienische Ausgaben des Gedichts publiziert, die von zahlreichen bedeutenden bildenden Künstlern illustriert wurden, so von Sandro Botticelli, Michelangelo, John Flaxman, William Blake oder Gustave Doré. Gioacchino Rossini und Robert Schumann vertonten Auszüge des Textes; darüber hinaus war Dantes Epos Gegenstand eines sinfonischen Gedichts von Franz Liszt. Die Divina Commedia wurde in über 25 Sprachen übersetzt. Nachdem sich Lessing, Klopstock, Schiller und Goethe eher zurückhaltend bis abfällig verhielten („Moderduft aus Dantes Hölle”), lässt sich eine verstärkte Dante-Rezeption in Deutschland, vor allem durch die Vermittlung von August Wilhelm und Friedrich Schlegel sowie von Friedrich Wilhelm Schelling, erst seit Mitte des 19. Jahrhunderts beobachten. Vor allem Schelling rückte das Gedicht, in dem die „Durchdringung aller Elemente der Poesie und Kunst hervorleuchtet”, in die Nähe der romantischen Idee vom Gesamtkunstwerk (siehe Universalpoesie). In der Moderne ist insbesondere im Schaffen Ezra Pounds und T. S. Eliots (Dante, 1929), aber auch bei Gabriele D’Annunzio, Paul Claudel oder Anna Achmatowa Dantes Einfluss spürbar. Samuel Beckett war bei seiner Lektüre von der Divina Commedia derart angetan, dass er sich zu dem Essay Dante, Vico, Bruno (1929) bzw. der frühen Erzählung Dante und der Hummer (1932) anregen ließ.
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