| Antarktis | Artikelansicht | ||||
| Klicken Sie im Menü Datei auf Drucken, um die Informationen zu drucken. | |||||
| 2. | Land |
Die Antarktis ist zu mehr als 95 Prozent eisbedeckt und beinhaltet etwa 80 Prozent der gesamten Trinkwasserreserven der Welt. Lediglich 0,4 Prozent oder 48 310 Quadratkilometer sind eisfrei. Der höchste Punkt befindet sich im Vinsonmassiv (Mount Vinson mit 4 897 Meter Höhe, mit Eismassen sind es 5 140 Meter; südlich des Ronne-Schelfeises), der niedrigste Punkt scheint der subglaziale Bentley-Graben (2 499 Meter unterhalb des Meeresspiegels) in der Westantarktis zu sein. Dieser Graben wird von einer mehr als 3 000 Meter mächtigen Eis- und Schneeschicht überdeckt. Die mittlere Höhe des Kontinents beträgt etwa 2 300 Meter. Der Südpol selbst liegt 2 835 Meter über Normalnull. Der kürzeste Weg zum Pol startet von Gould Bay und verläuft über eine Strecke von 1 234 Kilometern.
| 1. | Geologie |
Die Antarktis war ein zentraler Teil des früheren Superkontinents Gondwana. Als Gondwana am Ende des Mesozoikums und zu Anfang des Känozoikums (etwa vor 100 Millionen Jahren) auseinanderbrach und sich daraus die Kontinente der Südhalbkugel bildeten, driftete die Antarktis aus der Tropenzone in ihre heutige Lage am Pol.
Die Antarktis besteht aus zwei bedeutenden geologischen Regionen. Die größere dieser beiden Regionen, die Ostantarktis, hat als Basis einen alten Präkambrischen Schild, der von einer mehrere tausend Meter dicken Eisschicht bedeckt wird. In weiten Teilen der Ostantarktis wird dieser Präkambrische Schild von Sedimenten oder magmatischen Gesteinen bedeckt. Die Westantarktis bildet die Fortsetzung der südamerikanischen Anden und ist damit geologisch jünger. Der geologische Aufbau der Westantarktis ist weniger gut bekannt. In dieser Region gibt es mindestens zwei tätige Vulkane, von denen der Mount Erebus (3 794 Meter) der höhere ist.
West- und Ostantarktis werden durch das Transantarktische Gebirge voneinander getrennt. Dieses ist eines der wenigen eisfreien Gebiete auf dem antarktischen Kontinent. Innerhalb des Transantarktischen Gebirges gibt es zahlreiche Kohlevorkommen und fossile Überreste, die auf ein früheres tropisches Klima auf dem Kontinent schließen lassen.
| 2. | Eis und Wasser |
Das stellenweise mehr als 4 000 Meter mächtige Inlandeis bildet die größte zusammenhängende Eismasse der Welt. Die Eisdecke der Antarktis ist ständig in Bewegung. Große Eisströme entwässern das Innere des Kontinents und bilden die Schelfeistafeln. Die größte dieser Schelfeistafeln ist das Ross-Schelfeis, das mit 490 000 Quadratkilometern beinahe die Größe der Iberischen Halbinsel umfasst. Die zweitgrößte Schelfeistafel ist das Filchner-Ronne-Schelfeis (449 000 Quadratkilometer). Eisberge entstehen, wenn Ränder des Inlandeises und Gletscher ins Meer fließen („kalben”). Die größte Packeisausdehnung erstreckt sich im September über eine Fläche von 22 Millionen Quadratkilometern. Im März ist sie mit vier Millionen Quadratkilometern am geringsten.
| 3. | Klima |
Die Antarktis ist der kälteste Kontinent der Erde. Die tiefste, jemals auf der Erde gemessene Temperatur (-89,2 °C) wurde am 21. Juli 1983 bei der Station Wostok (Vostok) in der Ostantarktis aufgezeichnet. Damit ist diese Station der Kältepol der Erde. Über den Kontinent ziehen heftige Winde. Im Landesinneren wurden schon öfters Windgeschwindigkeiten von mehr als 200 Kilometern pro Stunde gemessen – die höchste gemessene Windgeschwindigkeit lag bei 327 Kilometern pro Stunde.
Niederschlagsmengen und Temperaturen auf der Antarktis sind regional unterschiedlich. Die mittleren Jahrestemperaturen liegen in weiten Teilen unter -30 °C. Das Landesinnere ist durch extreme Kälte gekennzeichnet. Die mittleren Wintertemperaturen erreichen dort Werte von -60 °C. Auf dem Polarplateau wurden im Winter bis zu -68 °C gemessen. Zu den Küstengebieten hin und nach Norden nehmen die Temperaturen zu. Sie liegen im Winter zwischen -18 bis -29 °C. Im Sommer herrschen auf dem Polarplateau -40 °C, an der Küste durchschnittlich 0 °C. Lediglich in Teilen der Antarktischen Halbinsel erreichen die mittleren Sommertemperaturen Werte über dem Gefrierpunkt. Der Niederschlag fällt zu allen Jahreszeiten als Schnee. Während die Jahresniederschläge im Inneren der Antarktis 200 Millimeter unterschreiten, werden in den Küstengebieten bis zu 600 Millimeter und auf vorgelagerten Inseln mehr als 1 000 Millimeter erreicht.
Wie am Nordpol gibt es auch am Südpol die Phänomene des Polartages und der Polarnacht. Während der Polarnacht steigt die Sonne am südlichen Polarkreis für 24 Stunden nicht über den Horizont, während des Polartages sinkt sie für den gleichen Zeitraum nicht darunter. Mit zunehmender Annäherung an den Pol verlängern sich diese Phänomene. Am Südpol dauern Polartag und Polarnacht jeweils sechs Monate. Beide Erscheinungen sind in der Neigung der Erdachse begründet.
| 4. | Flora |
Die wenigen Pflanzen, die in der Antarktis überleben können, kommen nur in den eisfreien Gebieten vor. Auf dem Kontinent gibt es keine Bäume, die Vegetation beschränkt sich auf etwa 350 Arten von meist Flechten und Moosen. Üppige Streifen solcher Vegetation gibt es auf Teilen der Antarktischen Halbinsel. Bis auf 475 Kilometer an den Südpol heran wurden noch Flechten entdeckt.
| 5. | Fauna |
In der Antarktis gibt es keine Landraubtiere. Die lebensfeindliche Umwelt ermöglicht nur wenigen Tieren das Leben auf dem Land. Diese sind an die extremen Lebensbedingungen der Antarktis angepasst. Die wenigen Arten von Wirbeltieren sind auf die Nahrungsversorgung aus dem Meer angewiesen. Zu den Anpassungsmechanismen gehören eine gut entwickelte Schwimmfähigkeit durch eine dicke Fettschicht oder ein wasserundurchlässiges Gefieder. Beides dient auch dem Schutz des Körpers vor Kälte. Sehr reichhaltig ist das Leben in den Meeren. Wale, die sich hauptsächlich von Krill ernähren, sechs Arten von Robben und etwa zwölf Vogelarten leben und brüten in der Antarktis. Der bekannteste Bewohner der Antarktis ist der Pinguin. Als flugunfähiger Vogel lebt er auf dem Packeis und in den Meeren, die die Antarktis umgeben. Er brütet auf den Land- und Eisoberflächen entlang der Küste. Am typischsten sind der Adélie- und der Kaiserpinguin. Die vorgelagerten Inseln sind Brutgebiete u. a. für Albatrosse und Küstenseeschwalben.
| 6. | Bodenschätze |
Der zunehmende Bedarf an Rohstoffen ließ das Interesse an der Antarktis steigen. In der Antarktis entdeckte man neben Erdöl (schätzungsweise 45 Milliarden Barrel), Erdgas (115 Billionen Kubikmeter) und Kohle u. a. auch Titan-, Chrom-, Eisen- und Kupfererz sowie Uranerzlagerstätten. Außerdem wurden Platin- und Goldvorkommen gefunden. Der Abbau von Rohstoffen wie beispielsweise Kohle oder Erdöl im Kontinentalschelf war aber aufgrund der hohen Kosten für die Technik zunächst nicht rentabel. Mittlerweile wird die weitere wirtschaftliche Ausbeutung durch internationale Abkommen (Antarktis-Vertrag) verhindert.
Wirtschaftlich bedeutend war der Fang von Robben, Walen und Krill, einem kleinen krabbenartigen Tier, das einen hohen Eiweißgehalt hat und eine der Hauptnahrungsquellen der Wale darstellt. Diese Wirtschaftszweige wurden in der Zwischenzeit eingestellt oder auf festgelegte Fangquoten limitiert. Die Quoten (auch für den Fischfang) sind im Antarktis-Vertrag festgeschrieben.