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Institut de France, höchste Körperschaft für Wissenschaft und Kunst in Frankreich mit Sitz in Paris. Das Institut de France besteht aus fünf wissenschaftlichen Gesellschaften, die mindestens ein Spezialgebiet der Kunst, Literatur, Philosophie oder Wissenschaft betreuen. Bei seiner Gründung 1795 während der Französischen Revolution umfasste es drei Gesellschaften: eine für die Bereiche Physik und Mathematik, eine für Ethik- und Politikwissenschaften und eine für die Literatur und die schönen Künste. Heute gibt es folgende fünf Gesellschaften:
Die Académie française (französische Akademie). Sie wurde 1635 von Ludwig XIII. und Kardinal Richelieu mit dem Ziel gegründet, die französische Sprache zu vereinheitlichen. 1694 gab die Akademie den ersten Band eines hierzu maßgeblichen Wörterbuches (Dictionaire de l’académie française) heraus. Dieses Wörterbuch ist seither ständig überarbeitet worden und noch heute verbindlich. 1980 wurde mit Marguerite Yourcenar die erste Frau in die Akademie gewählt. Die Mitgliederzahl ist auf 40 begrenzt.
Die Académie des inscriptions et belles-lettres wurde 1663 eingerichtet. Ihr Ziel ist das Studium antiker Inschriften und Dokumente, der Numismatik und der toten wie lebendigen Sprachen. Diese Abteilung hat 45 Mitglieder.
Die Académie des sciences (Akademie der Wissenschaften) wurde 1666 gegründet. In elf Sektionen beschäftigt sie sich mit den Naturwissenschaften und der Mathematik, u. a. der Geometrie, der Astronomie, der Chemie, Botanik und Anatomie. Die Gesellschaft hat 130 Mitglieder.
Die Académie des beaux-arts (Akademie der schönen Künste) wurde 1648 gegründet, um die schönen Künste zu fördern und ästhetische Maßstäbe festzusetzen. Sie umfasst die Sektionen der Malerei, Bildhauerei, Architektur, Graphik, Musik sowie der Kunstkritik und hat 50 Mitglieder.
Die Académie des sciences morales et politiques (Akademie der Ethik- und Politikwissenschaften) war die einzige Sektion, die schon im Gründungsjahr des Institut de France 1795 bestand. Sie umfasst fünf Sektionen: Geschichte und Geographie, politische Wissenschaften, Rechtswissenschaften, Philosophie und Wirtschaftswissenschaften. Sie zählt 50 Mitglieder.
Neben mehr als 300 Mitgliedern, die alle auf Lebenszeit gewählt sind und von der französischen Regierung ein symbolisches Entgelt erhalten, besitzt das Institut noch etwa 300 korrespondierende Mitglieder, von denen viele aus dem Ausland stammen. Jeder Bereich darf seine Mitglieder selbst wählen. Seit 1805 führt das Institut seine Sitzungen im Palais de l’Institut in Paris durch. Die verschiedenen Sektionen verleihen jährlich Preise an Nichtmitglieder, die in den jeweiligen Fachgebieten hervorragende Arbeit geleistet haben.