Roald Amundsen
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Roald Amundsen
4. Der Weg zum Südpol

1909 fasste Amundsen den Plan, zu vollenden, was sein Vorbild Nansen vergeblich versucht hatte: den Nordpol zu erreichen. Da erfuhr er, dass dies am 6. April 1909 dem Amerikaner Robert Edwin Peary gelungen war. Amundsen setzte sich ein neues Ziel: den Südpol. Er hielt sein Vorhaben allerdings zunächst geheim, da zur gleichen Zeit in Großbritannien der Polarforscher Robert Falcon Scott eine Expedition zum Südpol ausrüstete.

Im Juni 1910 verließ Amundsen Norwegen an Bord der Fram, des berühmten Schiffes seines Vorbildes Nansen. Sogar Amundsens Besatzung erfuhr erst während der Reise das wahre Ziel. Im Januar erreichte die Expedition das Rossmeer, und am 20. Oktober 1911 brach Amundsen mit vier Begleitern zur letzten Etappe auf. Mit Hilfe von Hundeschlitten kamen die Männer gut voran, und am 14. Dezember war das Ziel erreicht: Amundsen stand als erster Mensch am Südpol. Er hatte auf seiner Reise zwar auch relativ günstiges Wetter, sein Erfolg beruhte jedoch hauptsächlich auf seiner hervorragenden Kenntnis der Bedingungen in den Polargebieten, seiner enormen Belastbarkeit, der akribischen Planung der Expedition und seinen großen Erfahrungen als Expeditionsleiter, womit er sich zum Teil deutlich von Robert Scott absetzte.