Pest
Klicken Sie im Menü Datei auf Drucken, um die Informationen zu drucken.
Pest
1. Einleitung

Pest, schwere Infektionskrankheit bei Menschen und Nagetieren, die von dem stäbchenförmigen gramnegativen Bakterium Yersinia pestis hervorgerufen wird. Im Mittelalter war „Pest” (lateinisch pestis: Seuche, Verderben) dagegen die allgemeine Bezeichnung für tödliche, epidemieartig auftretende Krankheiten.

Heute tritt die Pest fast nur noch in Afrika, Asien und Südamerika auf; aus Europa und Nordamerika ist sie so gut wie verschwunden. Größere Epidemien gab es 1994 in der westindischen Stadt Surat (mehr als 6 000 Erkrankte, über 50 Tote) und 2006 in der Demokratischen Republik Kongo (mehr als 1 000 Erkrankte, über 40 Tote). Nach heutiger Erkenntnis ist der Pesterreger aus einem ursprünglich harmlosen Darmbakterium entstanden, das im Lauf weniger Jahrtausende Gene von nahe verwandten Bakterien übernahm und dadurch auch in Insekten und im Blut von Säugern überleben konnte. In Madagaskar wurde ein Pesterreger entdeckt, der gegen acht Antibiotika resistent war; die Resistenzgene befanden sich auf einem Plasmid (einem zusätzlichen ringförmigen DNA-Molekül; siehe Nucleinsäuren), das der Erreger von Salmonellen übernommen hatte (PLoS One, 2007).