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| 1. | Einleitung |
Pindar (518-438 v. Chr.), griechischer Dichter. Er war einer der herausragenden panhellenistischen Lyriker der griechischen Literatur.
Pindar wurde 518 v. Chr. als Sproß der angesehenen Adelsfamilie der Ägiden in Kynoskephalai bei Theben geboren. Er war schon zu Lebzeiten weit über die Grenzen Thebens hinaus bekannt und galt bereits im Altertum als Meister des erhabenen Stils. Der Überlieferung nach unterlag er der böotischen Dichterin Corinna in einem Dichterwettbewerb, woraufhin diese dem jungen Dichter den Ratschlag gab, „mit der Hand zu säen und nicht mit dem ganzen Sack” – eine Anspielung auf den übermäßigen Gebrauch von Elementen der griechischen Mythologie in seinem Frühwerk. Pindar unternahm ausgedehnte Reisen in der gesamten griechischen Welt. Auf Einladung Hierons I., des Königs von Syrakus, verbrachte er zwei Jahre in Sizilien. Er verfasste Päane oder Loblieder für Hieron und andere Könige sowie für die angesehensten griechischen Familien. Wie kaum einem anderen griechischen Dichter gelang es ihm dabei, jene geistige Einheit zum Ausdruck zu bringen, die der gemeinsamen Sprache und Religion und der Tradition der berühmten panhellenischen Festspiele zugrunde lag.