Ester
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Ester
1. Einleitung

Ester, chemische Verbindungen, die sich gemeinsam mit Wasser bei der Reaktion von Säuren mit Alkoholen bilden. Da dieser Vorgang der Neutralisierung einer Säure durch eine Base unter Bildung eines Salzes entspricht, wurden Ester früher „ätherische Salze” genannt. Diese Bezeichnung ist aber irreführend, da Ester in Lösungen im Gegensatz zu den Salzen nicht zu Ionen zerfallen.

Ester können aus organischen und anorganischen Säuren gebildet werden. Beispielsweise gewinnt man den einfachen Ester Ethylnitrat aus Ethanol (Ethylalkohol) und Salpetersäure (eine anorganische Säure) und den Ester Ethylacetat (Essigester) aus Ethanol und Essigsäure (auch Ethansäure; eine organische Säure). Bei einer anderen Methode der Esterherstellung werden nicht die Säuren selbst, sondern ihre Chloride eingesetzt. Zum Beispiel kann Ethylacetat mit Hilfe von Alkohol und Acetylchlorid, dem Chlorid der Ethansäure, gewonnen werden. Eine weitere wichtige Gewinnungsmethode ist die Reaktion der Silbersalze von Säuren mit einem Alkylhalogenid (gewöhnlich Iod). Ethylacetat lässt sich somit auch aus Silberacetat und Ethyliodid gewinnen.

Manche Ester zerfallen unter Wassereinfluss in ihre Säure- und Alkoholkomponenten, d. h., sie werden hydrolytisch gespalten. Diesen Prozess bezeichnet man im engeren Sinne auch als Verseifung (siehe Seife); er wird durch die Zugabe von Säuren, Laugen oder Enzymen (Esterasen) stark beschleunigt. Den entgegengesetzten Vorgang, die Esterbildung, nennt man Veresterung.