Ester
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Ester
2. Vorkommen und Verwendung

Die Esterverbindungen organischer Säuren sind in der Regel farblose, neutrale Flüssigkeiten mit einem angenehmen Geruch, die sich in manchen Fällen nicht in Wasser, dafür aber ohne weiteres in organischen Lösungsmitteln lösen. Zahlreiche Ester werden wegen ihres fruchtigen Geschmacks in großen Mengen synthetisch hergestellt und kommerziell als künstliche Geschmacks- und Aromastoffe sowie als Bestandteile von Parfüms (siehe etherische Öle) genutzt.

Alle natürlichen Fette und Öle (im Gegensatz zu den Mineralölen) und die meisten Wachse sind Mischungen verschiedener Ester. Esterverbindungen sind etwa die Hauptbestandteile von Rinderfett (Talg), Schweinefett (Schweineschmalz), Fischtranen (auch Lebertran) und Leinöl. Esterverbindungen aus Cetylalkohol finden sich im Tran aus dem Kopf des Pottwales und Ester aus Myricylalkohol in Bienenwachs. Auch beim Sprengstoff Glycerintrinitrat, besser bekannt unter dem Namen Nitroglycerin, handelt es sich um einen Ester.

Einige Ester wie Amylacetat (Bananenöl), Ethylacetat und Cyclohexanolacetat sind beispielsweise Lösungsmittel für Lacke. Andere wie Dibutylphthalat und Tricresylphosphat werden in Lacken als Weichmacher verwendet.

Ferner finden sie in der Medizin Verwendung: Ethylnitrit ist ein harntreibendes und fiebersenkendes Mittel. Amylnitrit wirkt krampflösend bei Asthma und bei epileptischen Anfällen. Nitroglycerin und Amylnitrit erweitern die Blutgefäße und senken damit den Blutdruck Dimethylsulfat (in der organischen Synthese häufig als methylierender Wirkstoff eingesetzt) und Diethylsulfate sind in Dampfform äußerst gefährlich und müssen mit größter Sorgfalt behandelt werden.