Sunniten
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Sunniten
3. Sunna und Hadith

Die Sunniten leiten ihren Namen von dem arabischen Begriff Sunna ab, der mit Brauch, herkömmlicher Weg oder Tradition übersetzt werden kann. Gemeint sind damit die vom Propheten Mohammed überlieferten Lebensformen, seine Anordnungen, Verbote, Taten und Aussprüche. Diese sind für den Muslim vorbildlich und verbindlich. Als Mohammed starb, begannen seine Gefährten und Nachfolger, die Überlieferungen seines Lebens zu kommentieren und auszuweiten. Diese zunächst mündlich weitergegebenen Überlieferungen wurden im 8. und 9. Jahrhundert systematisch gesammelt und gesichtet und schließlich in Form des Hadith (arabisch: Bericht, Erzählung) aufgezeichnet. Diese Überlieferungen in ihrer Gesamtheit bilden die Sunna, die Prophetentradition.

Da nachweislich ein beträchtlicher Teil der Hadithe in sektiererischer Absicht verfälscht oder erst verfasst worden war, wurden bereits im 9. Jahrhundert sechs Hadith-Sammlungen zu den einzig authentischen erklärt. Für die Sunniten, die Anhänger dieser orthodoxen Sunna, bilden sie bis heute neben dem Koran die zweite zentrale Quelle, aus der Theologen und Rechtsgelehrte ihr Wissen schöpfen.

Die Schiiten hingegen haben einen eigenen Hadith – Literatur, die im Wesentlichen aus vier Büchern besteht. Sie akzeptieren nur Überlieferungen, die auf Ali oder die auf ihn folgenden Imame zurückgehen. Wegen dieser fundamentalen Differenz hat die Beschäftigung mit dem Hadith in der islamischen Welt bis heute ihre Brisanz behalten.