Sunniten
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Sunniten
4. Das sunnitische Kalifat

Die Sunniten halten an der Rechtmäßigkeit der Kalifen gegenüber dem von den Schiiten vertretenen Imamat fest. Der Kalif galt bei den Sunniten als auserwählter Nachfolger des Propheten. Dabei folgte er diesem nur als politischer und militärischer Führer nach und nicht als geistliche Autorität. Das arabische Wort Imam bedeutet Vorbeter oder Leiter einer Gemeinde, ein Titel, der auch bei den Sunniten üblich ist. Dort steht der Imam einer Moschee vor und ist ein gewöhnlicher Mensch. Bei den Schiiten hingegen ist der Imam sowohl ein politischer als auch ein Führer in Glaubensfragen, der selbst von Gott geleitet wird. Er wird als letztgültiger Interpret von Gottes Willen angesehen und hat beinahe uneingeschränkte Macht inne.

Während die Schiiten ihre Imame wie Heilige verehren, erscheint den Sunniten diese Form der Überhöhung eines Menschen als Form von Ketzerei. Besonders von den Aschura-Riten, den alljährlichen Trauerritualen der Schiiten, die zu Ehren des als Märtyrer verehrten, bei Kerbela gefallenen Husain gefeiert werden, halten Sunniten Abstand und bezeichnen sie als unislamisch.