Umwelt
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Umwelt
2. Bestandteile der Umwelt

Die (ökologische) Umwelt (Biosphäre) besteht aus den abiotischen Faktoren Luft, Wasser, Boden und Relief sowie den biotischen Faktoren Pflanze, Tier und Mensch.

1. Luft

Die Luft ist ein atmosphärisches Gasgemisch, das hauptsächlich aus den Bestandteilen Stickstoff (78 Prozent), Sauerstoff (21 Prozent), Argon (0,9 Prozent) und Kohlendioxid (0,03 Prozent) besteht. In den unteren Teilen der Atmosphäre enthält die Luft zudem wechselnde Mengen an Wasserdampf (bis zu 4 Prozent) sowie Aerosole, Stäube und Abgase. Die Atmosphäre schützt die Erde vor zu großen Mengen ultravioletter Strahlung und ermöglicht so das Leben auf der Erde. Von der Sonne und der Strahlungsenergie der Erde erwärmt, zirkuliert die Atmosphäre um die Erde und gleicht Temperaturschwankungen aus.

2. Wasser

Das Wasser der Meere, Flüsse und Seen sowie das Eis der polaren Eiskappen und der Gletscher bedecken etwa drei Viertel der Erdoberfläche. In der Atmosphäre kommt es als Wasserdampf sowie als flüssiger und fester Niederschlag vor, unter der Erdoberfläche als Bodenwasser, Grundwasser und in Permafrostböden. 97 Prozent des Wassers der Erde sind Salzwasser, 2 Prozent sind Eis und 1 Prozent ist Süßwasser. Wasser ist für Lebewesen unabdingbar, eines der Hauptklimaelemente und Hauptbestandteil der lebenden Materie: 50 bis 90 Prozent der Masse lebender Organismen bestehen daraus. Durch seine Bedeutung für Verwitterung und Erosion ist Wasser auch ein zentraler Formungsfaktor der Erdoberfläche.

3. Boden und Relief

Der Erdboden ist der lockere, oberste Bereich der Erdkruste, der durch verwittertes Gestein, Wasser, Luft und organische Bestandteile gebildet wird. In der Bodenschicht (der Pedosphäre) überschneiden sich vier Bereiche der Natur: die Lithosphäre (Georelief), die Hydrosphäre (Wasser), die Atmosphäre (Luft) und die Biosphäre (lebende Pflanzen und Tiere sowie abgestorbenes organisches Material). Durch die Einwirkung und Tätigkeit dieser Bereiche entstehen – gesteuert durch den Faktor Zeit – Böden. Jeder Boden befindet sich, so wie wir ihn heute vorfinden, in einem vorübergehenden Stadium und wird sich weiterentwickeln.

4. Biotische Umwelt

Von allen diesen Faktoren hängen Pflanzen, Tiere und Menschen ab. Pflanzen benötigen Wasser, Kohlendioxid und Sonnenlicht, um durch Photosynthese Ausgangsstoffe in Kohlenhydrate umwandeln zu können. Tiere wiederum sind von Pflanzen abhängig und bilden mit ihnen die untereinander vielfältig verwobenen Nahrungsnetze.

5. Entwicklung

Die biotischen und abiotischen Bestandteile der Umwelt unterlagen im Laufe der Erdgeschichte vielen Veränderungen. Das Klima wechselte von warmen zu kalten Perioden, Lebensformen traten auf und verschwanden wieder – je nach den Bedingungen der sich wandelnden Umwelt. Kontinentale Verschiebungen (Folge der Plattentektonik) trennten Landmassen, Meere drangen vor und zogen sich wieder zurück, Gebirge türmten sich auf und wurden abgetragen. Die letzten großen Ereignisse der Erdgeschichte fanden im Pleistozän (Eiszeitalter; 2,5 Millionen bis 10 000 Jahre vor heute) statt: Nachdem das subtropische Klima des Tertiärs auf der nördlichen Hemisphäre zu Ende gegangen war, bedeckten wiederholt gewaltige Eismassen weite Teile Nordamerikas und Nordeuropas, beeinflussten das Leben der Pflanzen und Tiere und formten große Teile der heutigen Landschaften. Seit dem Beginn des Holozäns (Neuzeit, Postglazial), vor 10 000 Jahren, sind die Umweltbedingungen auf der Erde mehr oder weniger stabil geblieben.

Die Spezies Homo sapiens, der Mensch, erscheint erst spät in der Erdgeschichte. Die ältesten Hominidenfunde sind über zwei Millionen Jahre alt und stammen aus Süd- und Ostafrika. Vor etwa 500 000 Jahren begann der Mensch, in die gemäßigteren Zonen Eurasiens einzuwandern. Aufgrund seiner einzigartigen geistigen und körperlichen Fähigkeiten konnte der Mensch flexibler auf Umweltänderungen reagieren, die anderen Arten starke Beschränkungen auferlegten, und die Umwelt seinen Bedürfnissen gemäß verändern.

Die Fähigkeit, Feuer kontrolliert einzusetzen, erlaubte dem Menschen einen neuen Umgang mit der Vegetation, bis hin zur Brandrodung. Die Haltung von Weidetieren führte im Laufe der Zeit zur Überweidung bestimmter Gebiete und zur Bodenerosion. Die Kultivierung von Nutzpflanzen hatte ebenfalls die Zerstörung der natürlichen Vegetation zur Folge: Um Platz für größere Ernten zu schaffen und Feuerholz zu gewinnen, wurden Berghänge und Wälder gerodet. Wildtiere wurden nicht nur getötet, um sich von ihnen zu ernähren, sondern auch weil man sie als Konkurrenten oder als Gefahr ansah.