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Bantu (von ban-tu: Menschen), Sammelbezeichnung für verschiedene Ethnien im südlichen und äquatorialen Teil Afrikas, die eine der Bantusprachen (siehe afrikanische Sprachen) sprechen. Ihre Zahl wird auf etwa 100 Millionen geschätzt.
Die Vorfahren der Bantusprecher kamen vermutlich aus dem Gebiet des heutigen Kamerun bzw. Nigeria und zogen von dort südwärts. Die genaue Ursache dieser Wanderungsbewegung ist nicht gesichert. Vielleicht wurde sie durch einen starken Bevölkerungszuwachs notwendig, der wiederum durch die Einführung neuer Feldfrüchte zustande gekommen sein könnte. Schon früh spaltete sich das Bantu in einen östlichen und einen westlichen Sprachzweig mit insgesamt mehr als 400 Sprachgruppen. Die Ost-Bantu sprechenden Ethnien zogen durch die Gebiete der heutigen afrikanischen Staaten Simbabwe und Moçambique nach Südafrika. Die West-Bantu sprechenden Ethnien zogen in die Gebiete, in denen heute Angola, Namibia und der Nordwesten von Botswana liegen.
Heute betrachtet man die Bantu weniger als Kultur- denn als Sprachgemeinschaft. Die Bezeichnung Bantu ist europäischen Ursprungs, die Afrikaner selbst sehen sich eher als Angehörige der jeweiligen Ethnien. Die am weitesten verbreitete Bantu-Sprache ist Suaheli oder Swahili, das etwa 50 Millionen Sprecher an der afrikanischen Ostküste als lingua franca verwenden: Das Suaheli ist also jene Sprache, die von Völkern mit verschiedenen Muttersprachen für Handel und Geschäft benutzt wird. Die wichtigsten bantusprachigen Ethnien sind die Nguni, Sotho, Ovambo, Kikuyu, Tswana und Zulu.