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Geschichte |
Die Anfänge der Literaturkritik liegen in der griechischen Antike und in Rom; dabei galten die Poetiken etwa von Aristoteles und Horaz sowie die rhetorischen Theorien als Richtschnur. Im Frühmittelalter wurden literarische Werke vor allem auf ihren religiösen Gehalt hin bewertet: Erst später kamen ästhetische und stilistische Kriterien hinzu. Der Humanismus stellte neuerlich religiöse, aber auch dezidiert politische Aspekte ins Zentrum. Martin Opitz hingegen versuchte, Literatur im historischen Zusammenhang zu kritisieren. Im Zeitalter der Aufklärung wurde Literaturkritik erstmals systematisch betrieben. Namentlich Johann Christoph Gottsched, Friedrich Nicolai und Gotthold Ephraim Lessing etablierten die Disziplin. Die regelpoetische Orientierung der Weimarer Klassik überwand der Sturm und Drang mit seinem Genie-Ideal, woran die Literaturkritik der Romantik anknüpfte. Hier taten sich vor allem die Brüder Schlegel, Novalis und Ludwig Tieck hervor. Das Junge Deutschland hingegen beurteilte Literatur wieder verstärkt nach politischen Momenten. Der Beruf des Literaturkritikers bildete sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts aus: Bis dahin waren die Schriftsteller selbst mit der Bewertung ihrer Kollegen betraut.
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