Bibel
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2. Gliederung

Die Bibel des Judentums besteht aus drei klar voneinander abgegrenzten Teilen: Dieses sind die Thora oder das Gesetzbuch, das auch Bücher Mose genannt wird, das Nebiim oder Buch der Propheten und die Ketubim; Letztere sind Schriften, die auch die Psalmen, die Weisheitsbücher und diverse andere literarische Zeugnisse enthalten. Das Buch der Propheten der hebräischen Bibel ist zusätzlich in frühere und spätere Propheten unterteilt. Das Alte Testament des Christentums ordnet die Bücher nach ihrer literarischen Gattung an: Dazu gehören der Pentateuch, der der jüdischen Thora entspricht, die poetischen oder Weisheitsbücher sowie die prophetischen Bücher. Das Neue Testament besteht aus den vier Evangelien, der Apostelgeschichte, die die Anfänge des Christentums schildert, den Episteln oder Briefen, von Paulus und anderen, sowie der Apokalypse oder Offenbarung des Johannes. Bei einigen dieser Bücher handelt es sich um theologische Abhandlungen: Dazu gehört z. B. der Hebräerbrief. Anfangs war die Thora nach Passagen eingeteilt, die der Abfolge des Gottesdienstes entsprachen. Gleiches galt lange Zeit auch für das Neue Testament; dessen Sinnabschnitte wurden Kephalia genannt.

Das frühe Christentum übernahm vom Judentum die Vorstellung, dass die Schrift eine nicht mehr zu hinterfragende Autoritätsquelle in Glaubensangelegenheiten darstelle. Ursprünglich wurde die Bibel nicht als von Gott inspiriert betrachtet, sondern vielmehr als direktes, von Gott selbst den Menschen vermitteltes Wort (also als Wort Gottes) aufgefasst, das zuerst durch die Erzväter und Propheten, später dann durch die Apostel übermittelt worden war. Der Gedanke einer Literarizität der Bibel begann sich erst im Mittelalter durchzusetzen, das auf der Möglichkeit einer Auslegung bestimmter Passagen bestand und die Lehre vom vierfachen Schriftsinn des Alten und Neuen Testaments kreierte.