Schwefelsäure
Klicken Sie im Menü Datei auf Drucken, um die Informationen zu drucken.
Schwefelsäure
4. Eigenschaften

Schwefelsäure ist eine starke Säure, d. h., sie wandelt sich in wässriger Lösung hauptsächlich in Wasserstoffionen (H+) und Sulfationen (SO42-) um. Jedes Molekül liefert zwei H+-Ionen, deshalb ist Schwefelsäure zweibasisch:

H2SO4 ⇄ H+ + HSO4- ⇄ 2H+ + SO42-.

Verdünnte Lösungen der Schwefelsäure zeigen das für Säuren typische Verhalten. Sie schmecken sauer, leiten elektrischen Strom (siehe Elektrizität), neutralisieren Alkalien und korrodieren unedle Metalle, wobei gasförmiger Wasserstoff entsteht. Aus Schwefelsäure erhält man sowohl neutrale Salze, welche die Sulfatgruppe (SO42-) enthalten, als auch die sauren Salze mit der Hydrogensulfatgruppe (HSO4-).

Konzentrierte Schwefelsäure ist auf Grund ihrer hygroskopischen Eigenschaften ein gutes Trockenmittel. Sie wirkt in dieser Hinsicht so stark, dass sie sogar das Wasser aus Holz, Baumwolle, Zucker und Papier zieht und diese Stoffe dadurch verkohlt. Schwefelsäure wird u. a. bei der Herstellung von Waschmitteln (siehe Detergentien), verschiedenen Kunststoffen, Nitroglycerin und Webstoffen eingesetzt. Erhitzt man konzentrierte Schwefelsäure, so verhält sie sich wie ein starkes Oxidationsmittel und vermag Metalle, die innerhalb der elektrochemischen Spannungsreihe unterhalb des Wasserstoffs stehen, wie beispielsweise Kupfer, Quecksilber und Silber, unter Entwicklung von Schwefeldioxid aufzulösen – nur bei Edelmetalle wie etwa Gold und Platin gelingt dies nicht:

M + 2H2SO4 → MSO4 + SO2 + H2O.

Metalle, die in der Spannungsreihe oberhalb von Wasserstoff stehen, werden dagegen bereits von verdünnter Schwefelsäure unter Wasserstoffentwicklung gelöst:

M + H2SO4 → MSO4 + H2.