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| 1. | Einleitung |
Kyoto, auch Kioto, Stadt in Japan, auf der Insel Honshu, nahe dem südwestlichen Ende des Biwasees, rund 400 Kilometer westlich von Tokyo gelegen.
Kyoto war für knapp 1 100 Jahre nahezu ununterbrochen die Hauptstadt von Japan. Aus jener Zeit ist noch ein umfangreiches architektonisches Erbe erhalten, das Kyoto zu einer der meistbesuchten Städte des Landes macht. Als Hauptstadt der gleichnamigen Präfektur ist Kyoto ein wichtiges Verwaltungszentrum. Darüber hinaus ist die Stadt ein herausragender Industriestandort und das bedeutendste Kulturzentrum Japans.
| 2. | Wirtschaft |
Kyoto ist der wichtigste Produktionsstandort für japanisches Kunsthandwerk. Bekannt ist die Stadt vor allem für die Herstellung von Lack- und Ziselierarbeiten, Bronzen und Porzellan. Zu den wichtigsten industriellen Erzeugnissen gehören u. a. Fahrzeuge, Flugzeugteile, chemische und pharmazeutische Produkte, elektrische und elektronische Geräte, Maschinen und Nahrungsmittel. Eine herausragende wirtschaftliche Rolle spielt auch der Fremdenverkehr, jedes Jahr kommen rund zehn Millionen Touristen in die Stadt.
| 3. | Stadtbild und Kultur |
Die Stadt war lange Zeit religiöser und kultureller Mittelpunkt Japans. Schon früh entwickelte sich Kyoto zum Zentrum des japanischen Buddhismus. Das Stadtbild wird dementsprechend von mehr als 2 000 Palästen, Tempeln und Schreinen geprägt. Auch mehrere hundert shintoistische Bauwerke sind erhalten. Die Baudenkmäler und Gärten der Stadt wurden 1994 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.
Zu den herausragenden Sehenswürdigkeiten in Kyoto gehört der kaiserliche Katsura-Palast, der als eines der schönsten Beispiele für japanische Landschaftsarchitektur gilt. Das Anwesen wurde zwischen 1620 und 1624 errichtet und in der Folgezeit kontinuierlich erweitert. Viele Szenen im prachtvollen Garten beziehen sich auf bedeutende Orte der japanischen Geschichte.
Auch die von Wassergräben umgebene Burg Nijo zieht zahlreiche Besucher an. Die 1603 vollendete Anlage besticht weniger durch wehrhaften Charakter oder beeindruckende Ausmaße als vielmehr durch ihre kunstvoll verzierten Gebäude: Die Fassaden weisen zahlreiche Holzschnitzereien und kunstvolle Metallarbeiten auf. Vertreter der japanischen Malerschule Kano hinterließen hier eindrucksvolle Zeugnisse ihrer hohen Kunstfertigkeit. Zu den bevorzugten Motiven gehören lebensgroße Darstellungen von Tieren.
Auch als Bildungszentrum spielt die Stadt landesweit eine exponierte Rolle. Die Universität von Kyoto wurde 1897 gegründet; darüber hinaus gibt es weitere höhere Bildungseinrichtungen. Kyoto beherbergt mehrere Museen: Zu den meistbesuchten gehört das Nationalmuseum mit seinen umfangreichen Sammlungen zur Geschichte des Landes und wechselnden Ausstellungen zu japanischer Kunst. Das Textilmuseum widmet sich der Geschichte der Herstellung von Bekleidung in Japan; sehenswert ist vor allem die Sammlung von Kimonos. Einige kleinere Museen befinden sich in einzelnen Schreinen und beherbergen bedeutende Kunstwerke wie Gemälde oder kunsthandwerkliche Produkte (z. B. japanisches Porzellan oder Lackarbeiten).
| 4. | Geschichte |
Die wenige Jahre zuvor unter dem Namen Heiankyo (siehe Heianzeit) gegründete Stadt wurde 794 kaiserliche Residenzstadt. In der Folgezeit erfolgte der Ausbau nach dem Vorbild der chinesischen Stadt Changan (heute Xian), entsprechend erhielt die Hauptstadt ein rechtwinkliges Straßennetz. Zunächst war Kyoto für rund 500 000 Einwohner konzipiert, doch der Zuzug war unerwartet stark, weshalb umfassende Erweiterungen vorgenommen wurden. Seine Funktion als Hauptstadt Japans behielt Kyoto mit nur kurzen Unterbrechungen bis 1868, als der Sitz der Regierung nach dem Ende der Herrschaft der Schogune nach Tokyo verlegt wurde. Im Unterschied zu anderen japanischen Großstädten erlitt Kyoto im 2. Weltkrieg kaum Schäden. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts setzte ein Bauboom ein, der das Stadtbild stark veränderte.
Die Einwohnerzahl beträgt etwa 1,39 Millionen Einwohner (2007).