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| 3. | Stadtbild und Kultur |
Die Stadt war lange Zeit religiöser und kultureller Mittelpunkt Japans. Schon früh entwickelte sich Kyoto zum Zentrum des japanischen Buddhismus. Das Stadtbild wird dementsprechend von mehr als 2 000 Palästen, Tempeln und Schreinen geprägt. Auch mehrere hundert shintoistische Bauwerke sind erhalten. Die Baudenkmäler und Gärten der Stadt wurden 1994 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.
Zu den herausragenden Sehenswürdigkeiten in Kyoto gehört der kaiserliche Katsura-Palast, der als eines der schönsten Beispiele für japanische Landschaftsarchitektur gilt. Das Anwesen wurde zwischen 1620 und 1624 errichtet und in der Folgezeit kontinuierlich erweitert. Viele Szenen im prachtvollen Garten beziehen sich auf bedeutende Orte der japanischen Geschichte.
Auch die von Wassergräben umgebene Burg Nijo zieht zahlreiche Besucher an. Die 1603 vollendete Anlage besticht weniger durch wehrhaften Charakter oder beeindruckende Ausmaße als vielmehr durch ihre kunstvoll verzierten Gebäude: Die Fassaden weisen zahlreiche Holzschnitzereien und kunstvolle Metallarbeiten auf. Vertreter der japanischen Malerschule Kano hinterließen hier eindrucksvolle Zeugnisse ihrer hohen Kunstfertigkeit. Zu den bevorzugten Motiven gehören lebensgroße Darstellungen von Tieren.
Auch als Bildungszentrum spielt die Stadt landesweit eine exponierte Rolle. Die Universität von Kyoto wurde 1897 gegründet; darüber hinaus gibt es weitere höhere Bildungseinrichtungen. Kyoto beherbergt mehrere Museen: Zu den meistbesuchten gehört das Nationalmuseum mit seinen umfangreichen Sammlungen zur Geschichte des Landes und wechselnden Ausstellungen zu japanischer Kunst. Das Textilmuseum widmet sich der Geschichte der Herstellung von Bekleidung in Japan; sehenswert ist vor allem die Sammlung von Kimonos. Einige kleinere Museen befinden sich in einzelnen Schreinen und beherbergen bedeutende Kunstwerke wie Gemälde oder kunsthandwerkliche Produkte (z. B. japanisches Porzellan oder Lackarbeiten).