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Steinkohle, Kohleart, die im Grad der Inkohlung zwischen Braunkohle und Anthrazit liegt. Steinkohle ist ein brennbares Gestein, das durch Inkohlung aus angereicherten, abgestorbenen pflanzlichen Substanzen hervorgegangen ist, also zu den biogenen Sedimentiten gehört. Sie tritt immer im Verband mit anderen Sedimentgesteinen, vor allem des Karbons und Perms, auf. Von der Braunkohle unterscheidet sich die Steinkohle durch ihre schwarze Farbe, durch eine höhere Festigkeit und durch höheren Glanz. Fossile pflanzliche Reste sind meist nicht mehr erkennbar (ebenfalls im Unterschied zur Braunkohle).
Steinkohle entsteht im Prozess der Inkohlung, einer speziellen Form der Diagenese: Die geologische Absenkung durch jüngere, überlagernde Sedimente (mehrere Hunderte bis Tausende Meter) verfrachtet die Kohle führenden Schichten in Bereiche höherer Temperaturen. Die erreichte Temperatur und die Zeitdauer der Temperatureinwirkung bestimmen den Grad der Inkohlung. Dabei verlieren die Kohlen flüchtige Bestandteile und Feuchtigkeit, ihr Gehalt an Kohlenstoff nimmt von 75 auf mehr als 90 Prozent zu. Die Steinkohle wird dabei auch zusammengepresst und die Mächtigkeit der Flöze nimmt ab: Aus einer ungefähr 50 Meter mächtigen Torfablagerung entstehen zehn Meter Braunkohle und schließlich fünf Meter Steinkohle. Nach dem steigenden Grad der Inkohlung und dem abnehmenden Gehalt an flüchtigen Bestandteilen (in Prozent) wird die Steinkohle weiter unterteilt in: Flammkohle (40 bis 45 Prozent flüchtige Bestandteile), Gasflammkohle (35 bis 40 Prozent), Gaskohle (28 bis 35 Prozent), Fettkohle (19 bis 28 Prozent), Esskohle (14 bis 19 Prozent), Magerkohle (10 bis 14 Prozent) und Anthrazit (der manchmal zur Steinkohle gerechnet wird – weniger als 10 Prozent). Mit dem Grad der Inkohlung nimmt auch der Brennwert der Steinkohle zu; ihr Heizwert beträgt 33 bis 35 Megajoule pro Kilogramm.
Steinkohle hat große wirtschaftliche Bedeutung als Rohstoff für die Energiegewinnung, für die chemische Industrie und (als Koks) für die Stahlerzeugung. Steinkohlelagerstätten sind auf allen Kontinenten gefunden worden. Die Staaten mit der höchsten Steinkohleförderung sind China (1070 Millionen Tonnen pro Jahr), die USA (821 Millionen Tonnen), Osteuropa (564 Millionen Tonnen) und die Staaten der ehemaligen UdSSR (405 Millionen Tonnen). In der Bundesrepublik Deutschland wurden 1991 etwa 72 Millionen Tonnen Steinkohle gefördert und etwa 15 Millionen Tonnen importiert. Der weltweit größte Steinkohlenexporteur ist Australien mit jährlich 120 Millionen Tonnen. Weltweit werden die Vorräte an Steinkohle auf etwa 5 000 Milliarden Tonnen geschätzt, davon gelten derzeit etwa 1 000 Milliarden Tonnen als wirtschaftlich gewinnbar.