Napoleon I.
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Napoleon I.
7. Nachwirkung und Legende

Die Erfolge als Feldherr und der Pomp, mit dem Napoleon seine Herrschaft zur Schau stellte und sich selbst zum Begründer einer Blütezeit Frankreichs stilisierte, begünstigten das Entstehen einer Legende bereits zu seinen Lebzeiten. Auf Sankt Helena wurde sie von ihm selbst dahin gehend erweitert, dass er die Errungenschaften der Französischen Revolution bewahrt und Europa ihre Segnungen beschert habe. Trotz seiner teils tyrannischen Herrschaft, die der demokratischen Zielsetzung der Revolution zuwiderlief, trifft dies in gewissem Maß zu. Auf dem Wiener Kongress 1814/15 erreichten die Siegermächte unter Führung Metternichs eine weitgehende Restauration der alten Monarchien Europas und unterdrückten die Freiheitsbewegungen mit drakonischen Gesetzen. Durch Napoleons Eroberungszüge war jedoch das Ideengut bürgerlicher Reformen weit verbreitet worden, und so gehen die Julirevolution in Frankreich 1830, die Märzrevolution in Deutschland 1848 und andere Erhebungen indirekt auf sein Wirken zurück.

Ebenfalls zu Lebzeiten Napoleons setzte das Echo auf seine Person in Kunst und Literatur ein. In Frankreich herrschten heroisierende Tendenzen vor, wie sie Jacques Louis Davids Gemälde repräsentieren, doch fand er z. B. auch unter den deutschen Dichtern der Epoche zum Teil begeisterte Zustimmung (Hölderlin: Bonaparte, 1798). Während der Mythos als Nationalheld der Franzosen weiter fortwirkte (Victor Hugo, Alexandre Dumas Père), bezog die Nachwelt im Ausland vermehrt kritische Postionen (George B. Shaw: The man of destiny, 1897; Arnold Zweig: Bonaparte in Jaffa, 1939). Der französische Regisseur Abel Gance erwies ihm mit seinem monumentalen Stummfilm Napoléon (1923-1927) nochmals eine patriotisch gefärbte Hommage. Insgesamt erweist es sich auch heute, im Licht einer fortgeschrittenen Geschichtswissenschaft, als schwierig, ein Phänomen wie Napoleon gültig zu beschreiben und zu bewerten.