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| 3. | Anzeichen für eine globale Erwärmung |
Außer den an den Wetterhütten gemessenen, im Trend steigenden Lufttemperaturen gibt es noch eine Reihe weiterer Anzeichen für die globale Erwärmung, darunter die Abnahme von Ausdehnung und Dicke des polaren Meer- und Schelfeises oder der Schneedecken. Auf Satellitenbildern ist zu erkennen, dass sich z. B. das Areal schneebedeckter Flächen seit 1966 auf der Nordhalbkugel um ungefähr ein Zehntel verringert hat. In ähnlicher Größenordnung ist die Ausdehnung der Meereisdecke der Arktis geschrumpft, ihre durchschnittliche Dicke beträgt inzwischen fast nur noch die Hälfte der ursprünglichen Mittelwerte. Der Rückzug zahlreicher Hochgebirgsgletscher seit Mitte des 19. Jahrhunderts ist ebenfalls ein Hinweis auf einen Anstieg der Temperaturen. Vielerorts liegt die Stirn der Gletscher heute drei bis vier Kilometer hinter den Moränenwällen aus jener Zeit. Manche Eis- und Firnfelder sind vollständig zurückgeschmolzen; so hat die Schweiz innerhalb der letzten 150 Jahre rund 100 Gletscher verloren.
Rückzug oder Vorstoß von Gletschern hängen allerdings nicht nur von den jeweils herrschenden Temperaturen ab, denn in ihrer so genannten Massenbilanz spielt auch die Menge der Schneeniederschläge eine Rolle. Allgemein müsste eine Erhöhung der globalen oberflächennahen Lufttemperaturen im Klimasystem mit einer Zunahme des Niederschlags verbunden sein. Höhere Temperaturen bedeuten nämlich eine stärkere Verdunstung, höhere Wasserdampfgehalte der Atmosphäre und eine ausgedehntere Wolkenbedeckung. Im 20. Jahrhundert hat der Niederschlag weltweit um einige Prozent zugenommen, auch hier wiederum am stärksten in den mittleren und höheren Breiten der Nordhalbkugel. Im Hinblick auf die Ausdehnung etwa der Alpengletscher wirkte sich dieser Anstieg allerdings weniger stark aus als die fortschreitende Erwärmung – folglich schmolzen die Gletscher zurück.
Ein charakteristisches Merkmal des derzeitigen Klimawandels ist das Ausmaß der Veränderungen in Abhängigkeit von den Tages- und Jahreszeiten. In den vergangenen Jahrzehnten war z. B. der Anstieg der bodennahen Temperaturen nachts etwa doppelt so stark wie am Tag. Auf der Nordhalbkugel fiel der Temperaturanstieg im Winter wesentlich kräftiger aus als im Sommer. Für Mitteleuropa lässt sich im Zeitraum von 1961 bis 1990 eine Zunahme der winterlichen Niederschläge um rund 40 Millimeter oder gut 25 Prozent nachweisen. Die Winter sind in unseren Breiten also eindeutig milder und niederschlagsreicher geworden, nähern sich damit den Verhältnissen maritimer Klimate, was durch die verstärkte Zufuhr feucht-milder atlantischer Luftmassen durch wandernde Tiefdruckgebiete zu erklären ist.
Ebenso charakteristisch ist das Ausmaß der Veränderungen in Abhängigkeit von der Höhe über dem Erdboden. Anders als die untere Troposphäre, die sich erwärmt, kühlt sich die untere Stratosphäre derzeit um durchschnittlich 0,3 bis 0,4 °C pro Jahrzehnt ab. Der allgemeine Trend wird nur hin und wieder durch kurzfristige Erwärmungen unterbrochen; die heftigen Vulkanausbrüche wie die des Pinatubo im Jahr 1991 zeigen, welchen Einfluss Eruptionen auf das globale Klima haben können.