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Arawak

Arawak oder Aruak, eine der ursprünglich größten Sprachfamilien südamerikanischer Indianer. Sie besiedelten Küstengebiete des heutigen Florida, die Antillen und die südamerikanische Küste bis in den Süden Brasiliens. Die Arawak waren das erste indigene Volk, mit dem Christoph Kolumbus in Amerika in Kontakt kam.

Zahlreiche Arawak-Völker sind seit Jahrhunderten ausgerottet. Die Bewohner der Kleinen Antillen wurden gegen Ende des 15. Jahrhunderts von den Kariben unterjocht. Bis zum ausgehenden 16. Jahrhundert ging die Bevölkerung von etwa zwei bis drei Millionen auf wenige Tausend zurück; am Ende des Jahrhunderts waren sie ausgerottet. Die katastrophale Sterberate lässt sich einerseits auf die Einschleppung europäischer Krankheiten zurückführen (gegen die die Arawak keine Abwehrkräfte hatten) sowie andererseits auf den Mangel an Nahrungsmitteln und die brutale Herrschaft der Spanier.

Vor der spanischen Eroberung hatten die ökologischen Systeme der großen Inseln für reichliche Ernten und guten Fischfang gesorgt. Dies führte zu einer stabilen Inselbevölkerung und begünstigte die Entwicklung einer ausgefeilten politischen und sozialen Struktur. Ein Häuptling herrschte über drei weitere soziale Klassen, die niedrigste umfasste die Sklaven. Klassenkonflikte waren offenbar minimal. Die Gesellschaft war matrilinear organisiert (Verwandtschaftsverhältnisse wurden über die weibliche Linie definiert), die Häuptlingswürde ging nach dem Tod des amtierenden Häuptlings auf den ältesten Sohn seiner ältesten Schwester über. Der Religion lag eine Hierarchiestruktur der Götter zugrunde, die dieser Gesellschaftsstruktur in etwa entsprach.

Die Arawak-Gruppen in Südamerika überstanden den Kontakt mit den Europäern besser, da sie in kleineren Gruppen und über ein größeres Gebiet verteilt lebten. Auch ihre Gesellschaften waren matrilinear organisiert, aber wesentlich weniger komplex aufgebaut. Die Festland-Arawak trieben Handel mit den Holländern und Engländern; im 17. und 18. Jahrhundert wandten sie sich der Plantagenwirtschaft zu.

Im 20. Jahrhundert begannen die Arawak, ihre traditionelle Lebensführung zu verändern und in Ergänzung zu Landwirtschaft, Jagd und Fischfang Arbeit in Industriebetrieben anzunehmen. Obwohl ihre Kultur heute zahlreiche fremde Einflüsse aufweist, gelten die Arawak seit präkolumbischer Zeit als geschickte Töpfer und Weber. Auch bei der Holz- und Metallbearbeitung sind ihre Fertigkeiten geschätzt. Heute leben etwa 30 000 Arawak in Guyana, eine kleinere Zahl in Suriname und Französisch-Guayana. Arawakisch sprechende Gruppen finden sich darüber hinaus jedoch auch in anderen Teilen Südamerikas.